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| 18:45 Uhr

Höhere Kosten für die Kaimauer schlagen Wellen

Blick in den künftigen Ostsee bei Schlichow. Im Randschlauch sammelt sich bereits das Grundwasser.
Blick in den künftigen Ostsee bei Schlichow. Im Randschlauch sammelt sich bereits das Grundwasser. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Der RUNDSCHAU-Bericht über die deutlich gestiegenen Kosten für die Kaimauer am Ostsee schlagen Wellen. Für den Umweltverband Grüne Liga sei das nur ein Vorgeschmack auf künftige Folgekosten der Tagebaue, betont René Schuster. Peggy Kompalla

Gleichzeitig wiederholt die grüne Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky Sulfat-Grenzwerte für den Bergbaufolgesee.

Der 831 Meter lange Hafendamm wird mehr als sieben Millionen Euro kosten, statt 4,4 Millionen Euro. Das Cottbuser Baudezernat begründete dies mit höheren Ansprüchen an das Baumaterial. Das zog demnach einen Wechsel von Beton auf Stahl für die Spundwand nach sich.

Der Bergbaubetreiber Leag zeigt sich unterdessen irritiert von der Argumentation. Unternehmenssprecher Thoralf Schirmer betont: "Gegenüber dem Jahr 2014 gibt es keine neuen Erkenntnisse zur Wasserqualität, aus der sich für Wasserbauwerke am Ostsee die Wahl einer höheren Beton-Risikoklasse als XA 2 begründen ließe." Seinen Angaben zufolge sei besagte Betonklasse für Sulfatwerte bis zu 3000 Milligramm je Liter geeignet. Für den Ostsee gelte weiterhin die Prognose, wonach das Wasser einen maximalen Sulfatwert von 500 Milligramm aufweisen wird. Allerdings habe das Unternehmen wegen hoher Sulfatwerte in der Spree in den Jahren 2014 und 2015 im schlimmsten Fall angenommen, dass im Ostsee vorübergehend Sulfatwerte von bis zu 620 Milligramm je Liter vorkommen könnten. Der See soll zu 80 Prozent aus Spreewasser gespeist werden.

René Schuster erklärt angesichts der Informationen: "Wir fordern, dass die Landesbehörden Zahlung von Sicherheitsleistungen anordnen, von denen spätere Folgeschäden für den Wasserhaushalt bezahlt werden können." Heide Schinowsky ergänzt: "Angesichts der Kostenexplosion ist die Landesregierung gefordert, dem Bergbaubetreiber Vorgaben für den Sulfatgehalt zu machen. Die Grünen plädieren für einen Grenzwert von 250 Millilitern je Liter, was Trinkwasserqualität entspricht.