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| 14:13 Uhr

Höchste Warnstufe / Mehrere Waldbrände in der Region
13 Osterfeuer in Cottbus – aber auch viele Absagen in der Lausitz

 Osterfeuer haben in der Lausitz eine lange Tradition.
Osterfeuer haben in der Lausitz eine lange Tradition. FOTO: dpa / Maurizio Gambarini
Cottbus. Bereits mehrmals hat es in Lausitzer Wäldern gebrannt: Bei Elsterwerda und Bagenz am Donnerstag. Am heutigen Freitag sind Feuerwehren bei Calau und Märkisch-Buchholz im Einsatz. In drei von 14 Brandenburger Landkreisen die höchste Gefahrenstufe. In der Viele Osterfeuer müssen deshalb ausfallen.

Die Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt wegen der großen Trockenheit weiter. In drei südlichen Landkreisen (Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz) gilt seit Donnerstag die höchste Gefahrenstufe, in den übrigen Regionen die Stufe vier von fünf. Es sei gut möglich, dass die höchste Gefahrenstufe in weiteren Landkreisen ausgerufen werde, sagte Jens-Uwe Schade, Sprecher des Brandenburger Umweltministeriums. In vielen Städten und Gemeinden wurden die geplanten Osterfeuer wegen der hohen Waldbrandgefahr bereits abgesagt.

Der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel, hatte nicht damit gerechnet, dass bereits so früh im Jahr die höchste Gefahrenstufe ausgerufen wird. Er erklärt das neben den wenigen Niederschlägen mit der geringen Luftfeuchtigkeit. Morgens liege kein Tau mehr, dadurch sei der Boden noch trockener.

Kommunen entscheiden über Osterfeuer

Ob die geplanten Osterfeuer in Brandenburg wegen der hohen Waldbrandgefahr abgesagt werden, entscheiden die Kommunen. In vielen Gemeinden gebe es Klauseln, dass bei der höchsten Waldbrandgefahrenstufe Osterfeuer verboten sind, sagte Engel.

Absage in Lübben und Luckau

In Südbrandenburg wurden in Lübben (Dahme-Spreewald) alle zehn angemeldeten Osterfeuer abgesagt. Auch Luckau muss verzichten. Auch in einigen Städten und Gemeinden im Landkreis Elbe-Elster wurden einzelne Feuer untersagt, darunter in Bad Liebenwerda und Herzberg. Für einige größere angemeldete Osterfeuer wurden Ausnahmegenehmigungen mit strengen Auflagen erteilt, wie das Ordnungsamt Elbe-Elster mitteilte. So müssten beispielsweise die Osterfeuer kleiner gehalten werden und dort sei zur Sicherung die Feuerwehr vor Ort.

13 Feuer lodern in Cottbus – Auflagen erteilt

In Cottbus können nach Informationen der Stadtverwaltung vom Donnerstag alle 13 bereits genehmigten Osterfeuer stattfinden. Zuvor hatten Feuerwehr und Ordnungsamt umfamgreiche Kontrollen durchgeführt. Zudem wurden Auflagen erteilt, wie etwa die Anlage von Brandschutzstreifen, die bewässert werden müssen. Etliche Osterfeuer sind auch im Spree-Neiße-Kreis geplant und genehmigt.

Viele Absagen in Oberspreewald-Lausitz

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass in Lauchhammer und Schwarzheide wegen der höchsten Waldbrandwarnstufe keine Osterfeuer brennen werden. In Senftenberg wird nur ein Feuer im Stadtteil Großkoschen lodern, teilte ein Stadtsprecher mit. Mehrere sind für Schipkau und in den Ämtern Schipkau und Ortrand genehmigt.

Aufkommender ist Wind gefährlich

Größere Gefahr sehen die Ordnungsämter, wenn am Abend starker Wind aufkommen sollte. Dann müsse man reagieren. Kleine private Feuer, beispielsweise in Gärten oder in Feuerschalen auf der Terrasse müssen nach Angaben der Ordnungsämter nicht genehmigt werden. Auch das Grillen sei erlaubt.

Absolutes Feuerverbot im Wald

Ministeriumssprecher Schade wies darauf hin, dass das Feuerverbot im und um den Wald herum unbedingt zu beachten sei. Schon durch weggeworfene Zigaretten könne ein Waldbrand entstehen. Weil es im März und April nur wenig geregnet habe, sei der Boden extrem trocken. Hinzu käme der hohe Anteil an Kiefern, die leicht brennen.

Dieses Jahr hat es laut Engel bereits zwölf Waldbrände in Brandenburg gegeben. Im vergangenen Jahr brannte es in Brandenburgs Wäldern insgesamt 512-mal, darunter waren elf Großbrände. Allein durch das Feuer bei Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) im August wurden rund 400 Hektar Wald zerstört - insgesamt waren es 1674 Hektar. Damit ein Feuer früh erkannt wird, überwachen 107 Kameras Brandenburgs gesamtes Waldgebiet. Sie sind seit dem 1. März in Betrieb und erkennen Rauchentwicklungen, die auf Waldbrände hindeuten, frühzeitig.

Lage auch in Sachsen angespannt

Über Ostern bleibt die Lage auch im Sachsenforst angespannt. Als Reaktion auf die anhaltende Trockenheit sind Osterfeuer abgesagt worden. Die Waldbrandwarnstufe 5 wurde auch im Landkreis Bautzen ausgerufen.

Reisighaufen tödliche Falle für Tiere

Der Naturschutzbund Deutschland warnte erneut davor, dass zu früh aufgeschichtete Reisighaufen für viele Tiere zur tödlichen Falle werden könnten. Etwa Hasen, Igel, Wiesel und Spitzmäuse nutzten die Haufen als Unterschlupf und Vögel brüteten darin. Daher sollte das Holz erst kurz vor dem Abbrennen aufgestapelt oder vorher nochmal umgeschichtet werden, um den Tieren die Flucht zu ermöglichen.

(uf/dpa)