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| 15:28 Uhr

Höchste Waldbrandgefahrenstufe - Entwarnung nicht in Sicht
Die Sonne brennt – der Wald auch

Frank Koschan (l) hat auf seinen Bildschirmen die Region um Cottbus im Blick. In der Waldbrandzentrale Peitz werden Kamerabilder aus dem Landkreis Spree-Neiße und Cottbus ausgebildet. Im Brandfall alarmieren die Forstarbeiter die Leitstelle Lausitz.
Frank Koschan (l) hat auf seinen Bildschirmen die Region um Cottbus im Blick. In der Waldbrandzentrale Peitz werden Kamerabilder aus dem Landkreis Spree-Neiße und Cottbus ausgebildet. Im Brandfall alarmieren die Forstarbeiter die Leitstelle Lausitz. FOTO: LR / LR Beate Möschl
Cottbus/Spree-Neiße. . Waldbrandzentrale der Forstwirtschaft in Peitz und Leitstelle Lausitz in enger Abstimmung – Kameraden der Feuerwehren sind stark gefordert. Von Beate Möschl

Die Sonne brennt unbarmherzig vom Himmel, schon ein Funke reicht, um einen Brand auszulösen. Das passiert oft in diesen Tagen. Die RUNDSCHAU hat sich  am Mittwoch in der Waldbrandzentrale des Landesforstbetriebes in Peitz einen Eindruck verschafft, was das bedeutet:

Während gegen Mittag 22 Feuerwehrfahrzeuge aus Cottbus und Spree-Neiße ausrücken, um einen an fünf Stellen gleichzeitig aufgeflammten Waldbrand zwischen Komptendorf und Laubsdorf zu löschen, beobachten die Männer in der Waldbrandzentrale in Peitz an ihren Bildschirmen die Rauchentwicklung in diesem Bereich. Diesmal sind sie von der Leitstelle Lausitz informiert worden und nicht die Erstmelder. Ein aufmerksamer Bürger hat den Brand gemeldet und die Leitstelle Lausitz die Wehren losgeschickt.

Wie bei Waldbränden üblich fordert die Leitstelle dann auch den zuständigen Förster an. „Der muss immer mit raus. Um den Eigentümer der Waldflächen festzustellen und die Übergabe der abgelöschten Flächen an den Eigentümer zu organisieren“, erklärt Siegfried Lüdecke, Leiter der Oberförsterei Cottbus. Er ist mit eingeschaltet worden, denn der Förster ist nicht erreichbar. Funkloch. Typisch im Landkreis Spree-Neiße.

Lüdecke schafft Abhilfe, indem er die Vertretung des Försters informiert und losschickt. Dann schaut er bei seinen Mitarbeitern in der Waldbrandzentrale rein. Frank Koschan, Bernd Schlenker und Frank Krüger haben gerade Dienst, das heißt Zehn-Stunden-Schicht.

Bei der höchsten Waldbrandwarnstufe 5 muss die Waldbrandzentrale von 10 bis 20 Uhr besetzt sein. „Unsere Erfahrungswerte sagen, dass in dieser Zeit, aufgrund der Intensität der Sonneneinstrahlung die Gefahr von Waldbränden am höchsten ist“, erklärt Carsten Leßner, Referatsleiter Wald- und Forstwirtschaft im Brandenburger  Landwirtschaftsministerium, den Zeitrahmen und fügt an: „Wir überwachen alle Waldflächen Brandenburgs mit 106 Spezialkameras und sechs Waldbrandzentralen. Die Kameras scannen die Waldgebiete über den Baumkronen und registrieren dabei jede Rauchentwicklung.“

In der Waldbrandzentrale Peitz laufen die Daten von 14 Kameras zusammen. Sie geben einen Überblick über Cottbus und den Landkreis Spree-Neiße. Frank Koschan verfolgt auf seinem Bildschirm die Bilder von den fünf Wachtürmen rund um Cottbus und zeigt auf eine Rauchsäule über einem Waldstück. „Das ist der Brand zwischen Komptendorf und Laubsdorf“, sagt er. „Der Brand ist vom Boden ausgegangen mit  wenig Rauchentwicklung, das konnten die Kameras nicht gleich erfassen.“ Die aufsteigende Rauchsäule  signalisiere inzwischen, „da knistert es ordentlich“.

Ingolf Zellmann, Leiter der Leitstelle Lausitz, bestätigt das am Nachmittag auf Nachfrage. Zu der Zeit läuft der Einsatz noch. Das starke Aufgebot an Kräften und Technik sei nicht ungewöhnlich bei dieser Witterung und für die Region, die als „sehr sehr brisant“ gilt. Die Herausforderung sei, mit sehr vielen Kräften sehr schnell vor Ort zu sein, um den Brandherd klein zu bekommen. „Da ist eine Wasserversorgung aufzubauen über lange Wegstrecken und eine Führungsstruktur vor Ort. Feuer ist ein dynamisches Ereignis und je nach Windverhältnissen besonders mobil“, schildert Ingolf Zellmann und lobt: „Ohne die vielen ehrenamtlichen Feuerwehrleute wäre das alles überhaupt nicht zu bewältigen. Sie machen einen tollen Job.“

Die Zusammenarbeit mit den Waldbrandzentralen nennt Zellmann extrem wichtig, „weil wir darauf angewiesen sind, möglichst genaue Lage-Informationen zu bekommen, um frühzeitig vor Ort zu sein und die Brände klein zu halten.“ Manchmal helfe sie auch, unnötige Einsätze zu vermeiden. Auch das passiert am Mittwoch. Eine Qualmwolke, wegen der ein beunruhigter Bürger in der Leitstelle anruft, entpuppt sich beim Nachsehen auf den Bildschirmen der Waldbrandzentrale als Staub- und Dreckwolke wegen Erntearbeiten.

„Solche Situationen haben wir oft.  Da muss man dann gut zu unterscheiden wissen“, beschreibt Siegfried Lüdecke die Herausforderung für die Waldbrandwächter und sagt:  „Technik allein hilft dabei nicht, da ist schon Erfahrung gefragt. Die bringen unsere Männer und Frauen mit.“