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| 02:33 Uhr

Hochwasser-Alarm im Lausitzpark

Wie auch andere ländliche Vororte hatte Groß Gaglow immer wieder mit Hochwasser zu kämpfen.
Wie auch andere ländliche Vororte hatte Groß Gaglow immer wieder mit Hochwasser zu kämpfen. FOTO: Löb/fotolia
Cottbus. Bei Starkregen steht das Shoppingcenter Lausitzpark in Groß Gaglow immer öfter unter Wasser. Jetzt gibt es neue Ideen, wie der alte Seegraben helfen kann, künftige Überflutungen zu verhindern. Jenny Theiler

Das System zur Entwässerung in Groß Gaglow hat sich lange Zeit bewährt. Der Seegraben, der durch den Ort verläuft und an der Autobahn endet, nimmt bis heute überschüssiges Regenwasser auf.

Ländliche Stadtteile verfügen oftmals noch immer über verzweigte Grabensysteme, die eine Versickerung der Regenmassen zwar gewährleisten, aber nicht länger den infrastrukturellen Veränderungen standhalten können.

Während das Niederschlagswasser in der Innenstadt durch Trenn- und Mischsysteme in Form von Straßen begleitenden Rohrleitungen in die Kanalisation geleitet wird, entwässern die ländlichen Stadtteile größtenteils auf natürliche Art. Bis vor einigen Jahrzehnten hat dieses System auch ausgereicht. Durch zunehmende Wohnbebauung müssen aber auch die Entwässerungssysteme erweitert werden. Andernfalls könnten lang anhaltende Regenphasen zu einem Problem werden, wie Stephan Böttcher, Leiter des Fachbereiches Umwelt und Natur, einräumt. "Hochwasser entsteht, wenn größere Wassermassen schnell abgeleitet werden müssen und die Gegebenheiten nicht bestehen", erklärt Thomas Rätze vom Fachbereich Natur und Umwelt. Einen Großteil für die Regenentwässerung leistet der Seegraben, der sich von Klein Gaglow bis an die Grenze zu Sachsendorf zieht. Eine mögliche Verbesserung könnte durch örtliche Versickerung des Niederschlags gegenüber dem Ableiten auf die Straße erreicht werden. Denn breite Betonflächen verhindern die optimale Entwässerung, was im tiefer gelegenen Lausitz Park immer wieder erkennbar wurde.

Im Wasserhaushaltsgesetz und dem brandenburgischen Wassergesetz sind auf Bundes- und Landesebene Regelungen für die Niederschlagsentwässerung festgelegt. Demnach sind auch private Haushalte teilweise verpflichtet, für eine Entwässerung auf ihren Grundstücken zu sorgen. In Groß Gaglow sind 511 Grundstücke durch die Lausitzer Wasser GmbH angeschrieben worden, um zu prüfen, wie die jeweilige Niederschlagsentwässerung erfolgt. Insgesamt haben 478 Grundstücke auf die Anfrage reagiert, was laut dem Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung eine sehr gute Basis für die Ausarbeitung eines erweiterten Entwässerungssystems ist.

Dadurch, dass Seegraben an der Autobahn wie ein Blinddarm endet, funktioniert er nicht, wie noch vor knapp 30 Jahren, als direkter Ableiter, sondern wird als natürlich Vorfluter genutzt. Die tiefste Stelle befindet sich an der Autobahn, an der sich das Wasser bei starkem Regen staut und nach und nach versickert. Der Lausitz Park hat sein eigenes Regenrückhaltebecken östlich des Seegrabens, ebenso wie die Autobahn in nördlicher Richtung.

"Die Gewässer in der Region sind nicht danach ausgelegt, große Mengen von Wassermassen durch Starkregen zurückzuhalten", erklärt Stephan Böttcher. Auch die vermehrten Starkregenperioden können dafür sorgen, dass der Seegraben allmählich an seine Grenzen stößt. Dennoch sind "sämtliche Stadtteile nicht davor gefeit, bei Starkregen unter Wasser zu stehen", gibt Thomas Rätze zu bedenken. Der Angelteich am Ende des Seegrabens wurde bereits entschlammt, um bei Starkregen mehr Rückhalt zu bieten. Die Notwendigkeit einer Niederschlagsentwässerung vor Ort, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben, haben die Groß Gaglower erkannt und mit Stadt und LWG kooperiert. Dennoch wird weiter nach Alternativen für Groß Gaglow und andere ländliche Stadtteile gesucht. "Je mehr sich der Ort infrastrukturell verdichtet, desto höher ist die Herausforderung kluge, technische Lösungen zu finden", so Rätze.