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Heimatgeschichte
Geschichtsschreiber drehen Extrarunde

Die Autoren präsentierten vor Kurzem ihre neue Veröffentlichung über die Geschichte von den Teichlanddörfern Maust und Bärenbrück im Mauster Gemeindezentrum: Wilfried Halbasch (von links), Werner Krahl, Karl-Fritz Mühler, Frank Knorr und Teichland-Bürgermeister Harald Groba.
Die Autoren präsentierten vor Kurzem ihre neue Veröffentlichung über die Geschichte von den Teichlanddörfern Maust und Bärenbrück im Mauster Gemeindezentrum: Wilfried Halbasch (von links), Werner Krahl, Karl-Fritz Mühler, Frank Knorr und Teichland-Bürgermeister Harald Groba. FOTO: Marion Hirche
Maust. Hobby-Historiker stellen zweiten Teil der Ortschronik von Maust und Bärenbrück vor. Von Marion Hirche

In den Dörfern Bärenbrück, Maust und Neuendorf sind zahlreiche Ortschronisten aktiv.  2012 erschien die Chronik von Maust, ein Jahr später  die von Bärenbrück und jetzt ist das Buch von Neuendorf kurz vor der Vollendung. Die Einwohner von Neuendorf fiebern dem Termin der Veröffentlichung entgegen. Für Maust und  Bärenbrück  legten die „Wühler in den Geschichtsdaten“ jetzt schon ein Fortsetzungswerk vor. Auf 96 Seiten erfährt der Leser hier Neues über Bärenbrücker Gebäude in der Nachwendezeit, Spuren vom Mittelalter in der Mauster Flur, über Besitzfolgen Mauster Gehöfte, über Maust als Geldanlage im Spätmittelalter, über das Vorwerk Maust als Bestandteil der Teichdomäne Peitz und über die Maustmühle als Zwangsarbeiterlager.

Wilfried Halbasch, Werner Krahl, Frank Knorr und Karl-Fritz Mühler haben die sechs Kapitel recherchiert und aufgeschrieben. Am Freitagabend machten die Autoren bei einer Veranstaltung im Mauster Gemeindezentrum neugierig auf ihre neuen Erkenntnisse. So berichtet Wilfried Halbasch von einem Wolf, der 2012 in Bärenbrück Schaden anrichtete. Frank Knorr erzählt von Wölbäckern, die in der Mauster Flur zu finden sind. Eine Sisyphusarbeit hat Werner Krahl geleistet: Er hat die Besitzer von 23 Gehöften in Maust von 1652 bis 2017 aufgelistet. Das Ganze ist mit akribischen Tabellen und wertvollen Bildern versehen. Allein dieses Kapitel im Buch ist es wert, gelesen zu werden. Spannend geht es auch bei Karl-Fritz Mühler zu: Er hat herausgefunden, dass Maust nicht wie ursprünglich 1520 erstmals urkundlich erwähnt wurde, sondern bereits 1482. Der Chronist entdeckte eine Urkunde über einen Rechtsstreit zwischen dem Hauptmann von Peitz und dem Cottbuser Bürger Hanns Molbach. Letzterer war ein wohlhabender Cottbuser, der sich im Umland, auch auf dem Territorium von Maust Lehen zulegte. „Maust war also schon damals eine gute Geldanlage und wir wissen dadurch, dass wir 2022 540 Jahre  feiern können“, verkündete der Autor.  In einem anderen Abschnitt erklärt Mühler, dass es jetzt sichere Quellen gibt, die  nachweisen, dass in den Gebäuden der Maustmühle 1944 und 1945 ein Zwangsarbeiterlager betrieben wurde.

Die Teichlandstiftung hat die Veröffentlichung finanziert und gegen eine Spende kann die Chronik erworben werden. Die Cottbuser Heimatforscherin Dora Liersch bekam am Freitag von Karl- Fritz Mühler ein Exemplar geschenkt: „Wir bedanken uns ganz herzlich für ihre Unterstützung im Zusammenhang mit dem Wissen über Christian Gottlob Hubert, der im 19. Jahrhundert Pächter der Domäne Peitz war, der das Vorwerk Maust zur Teichdomäne machte und dessen Name in Cottbus eine Straße trägt.“

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