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| 15:12 Uhr

Peitz
Mit Hackenerlass Stiefel geschont

Nach der Urkunden-Übergabe vor dem Vereinshaus am Pulverturm folgte eine Führung durch die Ausstellung – ganz historisch in dazu passender Uniform.
Nach der Urkunden-Übergabe vor dem Vereinshaus am Pulverturm folgte eine Führung durch die Ausstellung – ganz historisch in dazu passender Uniform. FOTO: Marion Hirche
Peitz. Ein besonderes Jubiläum: Der historische Verein zu Peitz konnte seinen 10 000. Führungsgast begrüßen Von Marion Hirche

Die Mitglieder des Historischen Vereins zu Peitz konnten am Freitagvormittag ihren 10 000. Gast bei einer Führung begrüßen.  Im Jahr 2001 hatte der nunmehr 19 Jahre alte Verein mit Angeboten für Rundgänge angefangen. Die Interessierten wurden mitgenommen durch die historische Altstadt von Peitz . Jetzt werden auch Rundgänge durch die Ausstellung im Vereinshaus am Pulverturm durchgeführt. Bei so einem Besuch in der Exposition in dem Haus in der Mauerstraße konnte der Vereinsvorsitzende Christoph Malcherowitz nun den zehntausendsten Führungsgast begrüßen. Allerdings lässt sich das nicht genau auf eine Person definieren. Die Klasse 5b der Mosaik-Grundschule Peitz bekam zum Auftakt ihres Besuchs im Rahmen eines Projekts die begehrte Jubiläumsurkunde. „Wir wollen mehr über die Geschichte von Peitz lernen und haben mit den Kindern  im Kunstunterricht schon Tontöpfe geformt und Häuser aus der Steinzeit nachgebaut“, erklärt Lehrerin Kareen Neumann.

Nach der gelungenen Überraschung für die Mädchen und Jungen ging es dann hinein in die Peitzer Geschichte. Christoph Malcherowitz erklärte den Kindern seine historische Offiziersuniform. Dabei fiel den Zehn- und Elfjährigen auf, dass die Schuhe gleich aussehen und kamen dabei auch darauf, dass das eine Chance ist, die Fußbekleidung möglichst schnell überzustreifen. „Außerdem gab es den Hackenerlass, dahinter verbirgt sich das regelmäßige Tauschen der Schuhe, sodass das einseitige Austreten hinausgezögert wurde. Das Besohlen von Tretern kostete damals einen Taler. Das war eine sehr hohe Summe und so wollte man sparen“, so Christoph Malcherowitz.

Der Vereinsvorsitzende zeigte den Kindern eine nachgebildete Verhüttungsanlage sowie eine Grabanlage und erklärte die Exponate in den Vitrinen, die allesamt hier in der Region gefunden wurden. Im Mittelalterraum konnten die Schüler die Kopie der Ersterwähnungsurkunde von Peitz aus dem Jahr 1301 sehen und bekamen eine gestaltete Marktszene mit Knecht und Händler erklärt. Dann waren die Kinder total davon begeistert, dass sie sich als Knechte mit Kettenhaube und Schild verkleiden durften. „Das macht Spaß und ist interessant“, meinte Alyssa Figueiredo. Jonas Kindschuh und Lukas Engel begeisterten sich vor allem für die Folterkammer, die im Anschluss vorgestellt wurde. Am Ende gab Christoph Malcherowitz den Fünftklässlern noch etwas Wichtiges mit auf den Weg: „Wenn ihr in eurer Gartenerde was  entdeckt, dann sammelt das und bringt es mir vorbei. Ich schaue es mir an und  weiß, was wertvoll ist und was weg kann. Überall kann man historische Spuren entdecken“. Er lud die Kinder zum erneuten Besuch im Vereinshaus mit den Eltern ein und  informierte über weitere Angebote des Vereins, zum Beispiel Veranstaltungen mit mittelalterlichem Essen.