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Hirn-Suppe und Atombomben

Peggy Kompalla
Peggy Kompalla FOTO: M. Behnke
Übrigens. Das Gehirn ist eine geniale Schaltzentrale. Die sich allerdings gelegentlich übertölpeln lässt. Oder sprechen manchmal einfach nur verborgene Tiefen aus dem Menschen? Peggy Kompalla

So erschreckt sich ein Freund regelmäßig, wenn er in den Nachrichten liest, dass irgendwo auf der Welt wieder eine Atombombe hochgegangen ist. Beim zweiten Blick ist er dann auf komische Art erleichtert. Denn tatsächlich handelte es sich bislang immer um Autobomben. Als Kind der 80er-Jahre hat sich die atomare Bedrohung in sein Bewusstsein eingebrannt. Ein anderer Freund ist nicht gerade als Kostverächter bekannt. Er freut sich jeden Tag aufs Neue, wenn sein Schrittzähler verkündet: "Schnitzel erreicht". Mithilfe des elektronischen Messarmbands hält er sein Gewicht in Zaum, das ihn täglich lobt, wenn er sein "Schrittziel erreicht" hat. Als ein Kollege jüngst in der Kantine, die Angebote auf der Tafel studierte, verspürte er offenbar eine besondere Art von Hunger. "Pornosüppchen?", fragte er irritiert. So illuster ist das Kochteam dann doch nicht. Es bot vielmehr ein Porreesüppchen an. Allerdings dürfte das auch der Beweis gewesen sein, dass der Kollege dringend seinen Energiehaushalt auffüllen musste. Schließlich verbraucht das Gehirn allein die Hälfte davon.