Er ist ein Hingucker. Der Teufel reckt seinen Schwanz keck gen Himmel und schämt sich nicht, seine Männlichkeit in voller Pracht herzuzeigen. Er hat nur einen Huf, ist also ziemlich viel Mensch und klettert an der Fassade eines Wohn- und Geschäftshauses in der Sprem hoch - außer Reichweite der Spaziergänger, trotzdem gut im Blickfeld. Der Teufel ist neu hier, hatte er doch in den vergangenen fünf Jahren im Büro des Kulturamtschefs Asyl.

Altstadtvereinschef Carsten Hajek freut sich, dass der Teufel in der Sprem sein Unwesen treibt. "Das ist der Altstadtteufel", sagt er mit einem Augenzwinkern. "Die Leute sollen sich selbst einen Reim drauf machen." An der Freizügigkeit des Gehörnten nimmt Hajek keinen Anstoß. "Er hat jahrelang in der Puppenbühne gestanden bis das Haus abgebrannte. Dort hat es auch keinen gestört."

Der Verein versteht sich nicht nur als Interessenvertreter für die Unternehmer. Die Verschönerung des Stadtkerns gehört ebenso zu seinen Aufgaben. So rettete der Altstadtverein mithilfe von Sponsoren den Kugelbrunnen, reparierte den Sorbenbrunnen in der Sprem und half, dass der Sprem-Durchgang zum Heronplatz einen Leuchtrahmen erhielt. Nun ist auf Initiative des Altstadtvereins der Teufel ins Freie zurückgekehrt. Doch möglich wurde das erst durch die Hilfe der Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC). Sie übernahm den Löwenanteil der Kosten für Aufarbeitung und Montage der Bronzeskulptur an ihrem Gebäude. 7000 Euro waren es insgesamt.

Horst Engelhardt aus Wriezen hat die Plastik dereinst erschaffen. In den letzten DDR-Jahren in Auftrag gegeben, verkam der Teufel zum Wendeverlierer. Denn an seinen ursprünglichen Platz in einem Café am Altmarkt - heute Stein-Eck - konnte er durch die veränderten Eigentumsverhältnisse nicht mehr. Geplant war gar, dass über ihm ein Holzengel schwebt, den er bestechen sollte. Rita Numrich, Referentin für Kunstförderung im Cottbuser Rathaus, erzählt: "Der Teufel hat deshalb Münzen in der Hand." Betrachter können das von seiner neuen Position aus freilich nicht sehen. "Wir wollen deshalb noch drei Münzen in den Boden einlassen, die er verliert."

In der Sprem hat der Teufel gute Gesellschaft anderer Kunstwerke. Dort sitzen die "Drei Grazien" von Jürgen von Woyski. Aus seiner Hand stammt auch der Sorbenbrunnen. Die Airbrush-Künstler Strauss und Hillegart haben die alte Sprem-Ansicht geschaffen. Im Café Lauterbach empfängt "Die Kaffeetante" von Karl Schönherr die Besucher. Gegenüber der Schlosskirche schmückt das Scraffito "Völkerverständigung" die Fassade des Wohnhauses und die "Skulptur 2000" von Hans Scheuerecker steht am Eingang der Sprem.