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| 18:41 Uhr

Sicherheit im Verkehr
Hindernis Bordsteinkante

Rosemarie Frei und Barbara Jentsch durchqueren gemeinsam den Hindernisparcours für Rollatoren.
Rosemarie Frei und Barbara Jentsch durchqueren gemeinsam den Hindernisparcours für Rollatoren. FOTO: LR / Daniel Schauff
Cottbus. Zur Seniorenwoche gibt die Verkehrswacht Tipps für die mobile ältere Generation. Der Rollator spielt dabei die tragende Rolle. Von Daniel Schauff

Rosemarie Frei bewegt ihren Rollator sicher durch den Parcours auf dem Parkplatz am Carl-Blechen-Haus. Bei der simulierten Bordsteinkante auf halbem Weg braucht sie ein wenig Unterstützung von Barbara Jentsch. Die trägt das grüne „Verkehrswacht“-Shirt, macht damit klar: Sie ist heute für die Senioren gekommen, um ihnen Tipps zum Umgang mit Rollator und Co. im Alltag zu geben. Fürs Foto dreht Rosemarie Frei eine zweite Runde, weiß jetzt, wie sie die Vorderräder des Rollators am besten anhebt, um über die Schwelle zu kommen, meistert die Schräge problemlos.

Lucas Röhrborn demonstriert, wie der Rollator richtig über die Rampe in den Bus kommt.
Lucas Röhrborn demonstriert, wie der Rollator richtig über die Rampe in den Bus kommt. FOTO: LR / Daniel Schauff

Einige Meter weiter hat ein Cottbusverkehr-Bus geparkt. Philipp Roeke und Lucas Röhrborn, beide angehende Cottbusverkehr-Fahrer, sind gekommen, um den richtigen Einstieg in Bus und Bahn zu demonstrieren. Viel war am frühen Morgen noch nicht los, die Aktion der Verkehrswacht hat gerade erst begonnen. „Es ist schwierig, wenn man nicht weiß, wie es sich anfühlt“, sagt Lucas Röhrborn. Er schiebt den Rollator über die ausklappbare Rampe an der Busseite, zeigt, wo die gefährlichen Stellen sind. „Manche“, sagt Philipp Roeke, wollen gar nicht erst die Rampe nutzen, tragen den Rollator die eine Stufe bis ins Innere des Busses. „Es kommt vor, dass einige dann hängen bleiben – mit den Rädern der Gehhilfe oder mit dem Fuß.“ Der Busfahrer erkenne in der Regel, wie gut seine Passagiere zu Fuß seien, käme zur Hilfe, wenn Hilfe notwendig sei. „Der Fahrer muss in den Rückspiegel schauen und die einsteigenden Gäste beobachten“, sagt Roeke. Er hat seine Ausbildung fast abgeschlossen, wird künftig sowohl Busse als auch Bahnen durch Cottbus lenken. Auch der Ausstieg, sagt Röhrborn, sei nicht immer einfach. Vorwärts bergab berge Gefahren, rückwärts sei sicherer, „aber nicht jeder will rückwärts aus dem Bus steigen und nicht sehen, was hinter dem Rücken vor sich geht.“ Bis 2022 muss der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) allerdings vollständig barrierefrei sein, sagt Roeke. Dazu gehören auch barrierefreie Bus- und Bahneinstiege.

Gegenüber sitzt Werner Pohl von der Verkehrswacht. „Jetzt wird geschlachtet“, sagt er, lacht und hievt ein Fahrrad auf den „OP-Tisch“. Pohl codiert Räder, unter die Senioren mischen sich junge Besucher mit ihren Drahteseln. „Wenn wir vor dem Blechen Carré stehen, codieren wir hundert Fahrräder am Tag“, sagt Pohl. Wird das Rad gestohlen und wiedergefunden, hat der Besitzer die Chance, es zurück zu bekommen. Außerdem diene der Ausweis zum Code als Eigentumsnachweis.

Seh- und Hörtest sowie zahlreiche Info-Broschüren haben am Donnerstag das Angebot abgerundet und die Zeit bis zum WM-Anstoß für die Besucher einigermaßen sinnvoll verkürzt.