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| 15:44 Uhr

Himmelfahrt
Mit Posaunenchor und Tracht

 In der Kackrower Dorfaue hat traditionell ein Himmelfahrt-Gottesdienst für Groß und Klein stattgefunden.
In der Kackrower Dorfaue hat traditionell ein Himmelfahrt-Gottesdienst für Groß und Klein stattgefunden. FOTO: Marion Hirche
Kackrow. Himmelfahrt-Gottesdienst in der Kackrower Dorfaue erfährt große Resonanz. Von Marion Hirche

Seit einem Jahrzehnt ist die Kackrower Dorfaue traditioneller Ort eines Himmelfahrt-Gottesdienste der evangelischen Kirchgemeinde Kolkwitz und des Pfarrsprengels Papitz. In diesem Jahr kamen weit mehr als 100 Männer, Frauen und Kinder zu diesem Start in den kirchlichen Feiertag unter freiem Himmel. „Vor 29 Jahren wäre ein solcher Gottesdienst wie heute hier undenkbar gewesen“, sagte der Kolkwitzer Pfarrer Klaus Natho. Er verwies dabei auf den 70. Jahrestag des deutschen Grundgesetzes, zu dessen  Wirkungsbereich auch Kolkwitz seit der politischen Wende gehört.

In seiner Predigt ließ er auch das Thema Umwelt und Klimawandel nicht aus: „Manche glauben, dass jeder ein großes Auto fahren kann, und die Eisbären trotzdem überleben. Und  Schnitzelfleisch nur einen Euro pro Kilo kosten darf, und die Schweine trotzdem ein glückliches Leben haben.“ Der Papitzer Pfarrer Axel Geldmeyer stellte das hohe Gut „Frieden“ in den Mittelpunkt seiner Worte und betonte die besondere Bedeutung von Europa.

Ihre Botschaften wurden mit viel Musik dargeboten. Der Posaunenchor Kolkwitz-Papitz spielte, die Pfarrer bewiesen sich selbst als Musiker – Natho an der Trommel, Geldmeyer an der Gitarre. Für die Kinder gab es von  Ute Natho und der Puppe „Bibliku“ eine erzählte Himmelfahrtsgeschichte. Im Anschluss ging es für die Kleinen zum Basteln unter den Maibaum, während die Großen den Predigten lauschten.

„Ich werde jetzt nach dem Gottesdienst noch mit dem Fahrrad unterwegs sein und um 16 Uhr starte ich dann mit anderen zum Landesjugendposaunenchortreffen“, erzählte David Schiemenz aus Gulben, umringt von weiteren Mitgliedern der Jungen Gemeinde Kolkwitz. Seine kleine Schwester Leni labte sich zu der Zeit bereits auf dem Hof der Kochans und Flügels an der Dorfaue. Dort gab es traditionell Bratwurst, Kaffee und Kuchen. Gerald Gräfe, Ronny Schicht und Ramona Jurischka versorgten die Hungrigen am Grillstand.

Leni Schiemenz hatte zur Feier des Tages ihre wendische Ausgehtracht angezogen.  Der Himmelfahrt-Gottesdienst sei eine schöne Gelegenheit, sagte sie. Auch die neunjährige Luisa Marie Waniek trug die Tracht: „Ich habe die Ausgehtracht heute das erste Mal an. Die Bluse ist aus der Truhe von Uroma und passt wie angegossen.“ Sie besuchte mit ihrer Mutter Claudia Waniek den Kackrower Gottesdienst und wird in dieser Kleidung sicher auch am Pfingstsonntag ab 14 Uhr in Kolkwitz beim deutsch-wendischen  Gottesdienst mit der Würdigung des 200. Geburtstages  von Johann Friedrich Fritze dabei sein.

Die junge Papitzerin Jeannette Hübner war vom Himmelfahrtsangebot unter dem Eichen- und Kastanien-Blätterdach begeistert: „Es war eine sehr schöne Atmosphäre, genau die richtige Einstimmung auf den Tag. Das hat auch meinem Sohn Max gefallen.“ Diana und Steffen Schulze aus Putgolla schwärmten: „So unter freiem Himmel ist es einfach schön!“ Von hier aus ging es dann auch für Ann-Sophie Tanneberger aus Gulben mit dem Rad weiter. „Wir sind mit der Dorfjugend unterwegs“, berichtete sie. Der Burger Amtsdirektor Tobias Hentschel war ebenfalls unter den Radler-Gottesdienstteilnehmern.

Übrigens: An der Koselmühle konnten sich die Männer über ein Sechs-Gänge-Menü freuen: eine Bratwurst und fünf Bier.