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Hilfe für die letzte Buga-Brücke

Seit über einem Jahr ist die Fließbrücke in Neu Schmellwitz nicht mehr nutzbar. Jetzt sucht der Bürgerverein mit der Stadtverwaltung nach einer Lösung des Problems.
Seit über einem Jahr ist die Fließbrücke in Neu Schmellwitz nicht mehr nutzbar. Jetzt sucht der Bürgerverein mit der Stadtverwaltung nach einer Lösung des Problems. FOTO: Jenny Theiler
Cottbus. Von den drei Holzbrücken, die im Jahr 1995 anlässlich der Buga errichtet wurden, ist nur noch der kleine Steg am Neu Schmellwitzer Fließ übrig. Seit Anfang 2016 ist die Fließbrücke gesperrt – ein großes Problem für die Schmellwitzer, denn sie verbindet zwei wichtige Teile des Neubaugebietes. Jenny Theiler

Nach dem Hochwasser im Jahr 2010 wurde der Werner-Steg am Stadion der Freundschaft ein Jahr später abgerissen. Ähnliches trug sich am Bugapark zu, als der marode Lönssteg 2016 aus finanziellen Gründen nicht mehr erneuert werden konnte und ebenfalls verschwand. Ob der Fließbrücke nun ein ähnliches Schicksal droht, ist noch nicht geklärt. Die Chancen stehen jedoch günstig, die kleine Stadtteilbrücke zu sanieren, da die Kosten für eine Erneuerung gegenüber den ehemaligen Bugabrücken durchaus aufzubringen seien. Momentan kostet die Brücke die Stadt sehr viel Geld, da regelmäßige Sicherheitskontrollen durch die ALBA durchgeführt werden müssen.

Am Donnerstag kam nun ein Treffen zwischen der Stadtverwaltung und Mitgliedern des Bürgervereins in Neu Schmellwitz zustande. Bei dem Treffen sollte eine eventuelle Aufgabenverteilung bezüglich der Sanierung besprochen werden. Frank Semmler vom Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen war für die Bestandsaufnahme anwesend. "Die Stadt muss die Hoheit über die Planung behalten, weil wir als Verein niemals die Haftung übernehmen könnten", erklärt Michael Tietz.

Dennoch will sich der Bürgerverein darum bemühen Sponsoren zu finden, die Material und Arbeitskräfte zur Verfügung stellen. Die derzeitig grob geplante Restaurationssumme der Fließbrücke beläuft sich auf ungefähr 23 000 Euro. Laut Frank Semmler wäre allerdings eher mit der doppelten Summe zu rechnen.

Das Problem bei der maroden Brücke seien in erster Linie die Holzträger, die im Laufe der Zeit stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dass es sich beim Material um Holz handelt, wäre laut Semmler gar nicht unbedingt das größte Problem. "Ein Brückenbau muss immer konstruktiv durchdacht sein, und diese Zeit hat man sich 1995 einfach nicht genommen", so der Verwaltungsfachangestellte. Denn die drei Brücken wurden damals unter enormem Zeitdruck errichtet.

Das zweite Problem bezieht sich auf die Wahl des Holzes. Um den Maßstäben des Umweltprojektes der Bundesgartenschau zu entsprechen, sollten die Bauwerke aus heimischen Hölzern wie Eiche bestehen. "Heimische Hölzer bedeuten auch immer heimische Schädlinge", gibt Frank Semmler zu bedenken und verweist auf den Eichen-Wirrling, der das Holz angreift. Hinzu kommt, dass die Bohlen der Fließbrücke zu eng beieinanderliegen und herabfallendes Laub oder Schmutz nicht durchfallen können, sondern in Verbindung mit Feuchtigkeit das Holz morsch machen. Stahlträger wären eine annehmbare Alternative, auf denen die Brücke wieder aufgebaut werden könnte, so der Fachmann.

Die mit einem großen Durchgangsverbotsschild versehene Brücke ist für das recht grüne Neu Schmellwitz nicht repräsentativ. "Seit die Brücke gesperrt ist, passiert auch um das Fließ herum nichts mehr, weil die Leute hier kaum noch vorbeikommen", beklagt Michael Tietz die derzeitige Situation. Eine Ausschreibung zur Planung der Sanierung wird Frank Semmler zufolge definitiv zustande kommen. Es wäre möglich, dass mit der Planung gegen Ende des Jahres begonnen werden kann.

Für den Planungszeitraum sind dann ungefähr drei Monate vorgesehen. Ein Zeitraum, der laut Karin Kühl absolut annehmbar ist. "Der Plan ist vielleicht langwieriger, aber dafür konzentriert. Wir wollen ja schließlich, dass die neue Brücke nicht nur drei Monate hält", so die Stadtteilmanagerin.

Der Bürgerverein zeigte sich mit dem Ergebnis der Unterhaltung am Donnerstag recht zufrieden. "Wir haben jetzt immerhin ein paar Eckdaten mit denen wir auch an Firmen herantreten können", sagt Michael Tietz.