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Herbstmesse lockt als Erlebnismesse

Die Herbstmesse ist seit 20 Jahren auch eine große Ideenbörse.
Die Herbstmesse ist seit 20 Jahren auch eine große Ideenbörse. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Rund 300 Aussteller aus elf Bundesländern sowie Österreich, der Schweiz, Polen, Tschechien und Tunesien haben ihre Angebote in der Messe Cottbus präsentiert. Die große bunte Vielfalt bestimmte die 20. Herbstmesse. Aber auch eine kleine Geschichtsausstellung gehörte zum Jubiläum. Michael Helbig / mih1

Da die Herbstmesse in diesem Jahr ihr 20. Jubiläum gefeiert hat, gehörte Geschichte dazu. Im oberen Foyer konnte unter dem Motto "Weißt du noch?" eine Ausstellung der "Kultur.Etage" im Lausitz Park bestaunt werden. Allerlei Gebrauchsgegenstände aus dem DDR-Alltag waren hier zusammengekommen. Schmunzelnd erinnerten sich viele Besucher an die Plastik-Thermoskannen, die Reiseschreibmaschine "Erika", den Handstaubsauger von AK Elektrik oder die RFT-Heimelektronik, den Tomatenketchup oder die Streichhölzer der Riesaer Zündwaren. Messeattraktionen waren einige von ihnen auch mal.

Doch viele Besucher stürzten sich schnell wieder in die bunte Gegenwart. Die Palette reichte von der Cottbus-Bau, bei der sich alles ums Wohnen drehte, den Ausstellungsbereichen "Lecker Lausitz" im Genussmarkt, den Vital-Schöpfern mit ihren Wohlfühl-Angeboten bis hin zu Chic & Style und vielfältigen Ideen für die Freizeitgestaltung. Das Medienhaus Lausitzer Rundschau war mit seinem Lesercafé dabei, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Dicht umringt waren die Stände des polnischen Unternehmens Horex, an denen freundliche Hostessen Probierhäppchen reichten.

Freuen konnte sich auch Ralf Emrich vom Nähzentrum in der Cottbuser Burgstraße. "Wir sind bereits zum vierten Mal dabei und waren gleich am ersten Tag erfolgreich: Einige Nähmaschinen haben wir bereits verkauft", so Emrich, der die Herbstmesse als Erlebnismesse zu schätzen weiß.

Auch Olaf Wirths, Gründer des Cottbuser Labieratoriums, und seine Assistentin Annie Gilburt, die an der BTU Cottbus-Senftenberg studiert, lobten die gute Resonanz. "Wir wollen, dass die Leute uns kennenlernen, und suchen hier den direkten Kontakt zu ihnen. Denn Bier ist nicht gleich Bier, und unsere Biere bedürfen der Kommunikation", erklärte der passionierte Bierfreund. Die Brauerei in der August-Bebel-Straße wartet auf den Einbau der Brauanlagen. Auf der größten Braumesse Braubeviale in Nürnberg will er Verträge für die Brauanlagen aushandeln. Geht alles gut, könnte im Sommer 2017 der erste Sud in Cottbus angesetzt werden.

Franziska Müller und Rico Hübner aus Forst waren mit Söhnchen Lennardt (2) in den Hallen unterwegs und überrascht von der Vielfalt: "Wir fanden die kulinarischen Angebote und besonders die polnische Küche sehr gut." Auch zahlreiche Vereine und Künstler präsentierten sich zur Herbstmesse. So zeigten die Funken des Vereins Cottbuser Karneval (VCK) mit Mode aus "Ritas Nähstübchen" eine fantasievolle Modenschau. Claudia Dommenz aus Gallinchen verfolgte mit glänzenden Augen den Auftritt ihrer Tochter Annalena Helene als Engel und Teufel. "Es war ihr erster Auftritt bei einer Modenschau. Das hat sie super gemeistert. Doch jetzt gucken wir uns auf der Messe um. Bauen und Wohnen interessiert uns besonders, denn wir haben gerade ein Haus gebaut", erzählte sie.

Während Christa Frey aus Altdöbern am Stand vom Lockenexpress eine Kosmetikbehandlung durch Madelina Vasca genoss, unterhielt in der oberen Messehalle der Musiklehrer Helmut Forkel von der Cottbuser Musikschule Biller die Besucher mit sanften Klängen am Piano. "Wir hatten heute die Möglichkeit, uns auf der Hauptbühne mit einem kleinen Programm vorzustellen. Während die Besucher Böhmische Knödel gegessen haben, spielten unsere Lehrer und Schüler böhmische Lieder. Die Leute haben das Essen zeitweise unterbrochen, mitgesungen und geschunkelt", so René Biller begeistert. "Bald wird unsere Tochter Jeanine meine Nachfolge antreten. Sie wird die Tradition fortsetzen und im nächsten Jahr wieder bei der Herbstmesse dabei sein."