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Herbert Scurla

Cottbuser Köpfe. Vor 105 Jahren, am 21. April 1905, wurde Herbert Scurla als Sohn eines Versandleiters der Grube Ilse in Kleinräschen geboren. hhk

Nach der Volksschule und dem Reformgymnasium in Senftenberg studierte er von 1923 bis 1927 Staats- und Rechtswissenschaften in Berlin, Halle und in Leipzig, wo er promovierte. Im Jahr 1927 wurde er Sekretär des Hauptgeschäftsführers im Deutschen Studentenwerk und drei Jahre später, im Jahr 1930, wurde er Hauptreferent des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes. 1933 trat Herbert Scurla der NSDAP bei, wurde Regierungsrat und Dozent an der Hochschule für Politik in Berlin. Zwischen 1939 und 1945 war er als Oberregierungsrat im NS-Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Bildung tätig. 1942 lehnte Martin Bormann, Reichskanzlei, die vorgeschlagene Ernennung Scurlas zum Ministerialrat ab, wegen dessen „ablehnender Haltung zur NS-Bewegung vor 1933“.

Nach einem Entnazifizierungsverfahren Ende des Jahres 1945 wurde Scurla zum Tischler umgeschult. 1948 konnte er als Lektor im Verlag der Nation in Berlin arbeiten. Seit 1951 lebte und wirkte Herbert Scurla als Publizist und Vorsitzender des Carl-Blechen-Clubs in Cottbus.

Hatte er zwischen den Jahren 1939 und 1940 Schriften über die Grundgedanken des Nationalsozialismus und die geistigen Grundlagen des Propagandakrieges der Westmächte („Die dritte Front“) publiziert, folgten nach 1948 Biografien über die Humanisten Heinrich Heine, Varnhagen von Ense, Alexander von Humboldt und Ernst Moritz Arndt und über Forschungsreisende in drei Kontinenten. Sein letztes Werk über die Brüder Grimm erschien 1984 nach seinem Tode.