Von Georg Zielonkowski

Wandern ist in. Doch die wenigsten Enthusiasten suchen dabei so große Herausforderungen wie der Cottbuser Patrick Dietrich. Er startet am Samstag, pünktlich um 16.15 Uhr, einen „Mammut-Marsch“. Enden wird dieser gegen Sonntagmittag. „Vorausgesetzt, ich halte durch“, so der junge Mann. Immerhin sind bei diesem Gewaltmarsch satte 100 Kilometer unter die Wanderschuhe zu nehmen. Dabei ist er kein Einzelgänger.

Ziel der besonderen Wanderung ist es, eine im Südpark Berlin-Spandau beginnende Strecke in maximal 24 Stunden zurückzulegen. „Es geht am Ostufer der Havel entlang nach Potsdam, auf Schotter- und Asphaltwegen, gen Süden weiter entlang des Havel-Höhenwanderweges um den Berliner Wannsee herum und anschließend auf einem Abschnitt des Berliner Mauerweges nach Potsdam. Dort führt die Strecke am Park Sanssouci entlang durch Heide- und Teichlandschaften. Weiter geht es durch die Döberitzer Heidelandschaft und zuletzt zurück zur Freizeitsportanlage am Südpark in Spandau“, skizziert der 34-Jährige die Tour, an der sich mindestens 1500 Teilnehmer beteiligen werden.

Patrick Dietrich ist beileibe kein Profi-Wanderer, er sieht das Abenteuer eher als Ausgleich zu seinem Büro-Job als Maschinenbau-Ingenieur. Er will bei dieser herausfordernden Tour sein Durchhaltevermögen testen. Von den Marathonläufern weiß er sehr wohl, dass ab Kilometer 35 „der Mann mit dem Hammer“ kommt, der darauf drängt, doch endlich aufzugeben. Dieser Mann kommt plötzlich, und dieses Syndrom kommt, weil die Kohlenhydrate aufgebraucht sind. „Drum ist eine vernünftige Ernährung unterwegs auch bei meiner Mammutwanderung wichtig.  Aller 20 Kilometer sind am Wegesrand Verpflegungsstellen eingerichtet. Doch sind wir Teilnehmer gut beraten, im mitgeführten maximal fünf Kilo schweren Rucksack die unverzichtbaren Kohlehydrate zur grundlegenden Energieversorgung mitzuführen“, so der Cottbuser. Auch der Getränkevorrat ist wichtig, um durchzuhalten. Da die Nacht durchgewandert wird, ist eine Lichtquelle unverzichtbar. „Eine Kopflampe ist leicht und man hat freie Hände. Auch eine Powerbank gehört dazu, weil es sinnvoll ist, sich ab und an die Lieblingsmusik aus dem Handy auf die Ohren zu legen“, berichtet er über seine Vorbereitungen. Ein kleiner Höhepunkt wird für ihn auf der zweiten Streckenhälfte das Schloss Marquardt sein, wo in der Regel die Bananen herrschaftlich im Kaminzimmer oder im Speisesaal aus dem 14. Jahrhundert angeboten und genüsslich verdrückt werden.

„Nach der hoffentlich nicht übermäßig quälenden Nacht freue ich mich auf das kühle Bier im Ziel. Ich hoffe, dass ich den Spandauer Südpark auf den eigenen Füßen irgendwie erreiche, um dort die dann sicher auch verdiente Medaille in Empfang zu nehmen.“, hofft der Mammutmarsch-Teilnehmer.