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Heitere Landschaften eines großen Romantikers inspirieren Schüler

Carola Reinhold (l.) und Marion Bahrke vor Carl Blechens Bild "Sorrent, 1829".
Carola Reinhold (l.) und Marion Bahrke vor Carl Blechens Bild "Sorrent, 1829". FOTO: Elsner
Cottbus. Carl Blechen war eine Ausnahmeerscheinung in der Malerei der Romantik. Kühn im Entdecken seiner Motive und leidenschaftlich im Temperament hat er in nur wenigen Schaffensjahren, zwischen 1822 und 1837, ein umfangreiches und vielseitiges Werk hervorgebracht. Ulrike Elsner

Die nächste Generation mit dem Erbe des gebürtigen Cottbusers vertraut zu machen, betrachtet die Carl-Blechen-Gesellschaft als wichtiges Anliegen.

Es liegt nahe, dass die Beziehungen des Kulturvereins zur Cottbuser Carl-Blechen-Grundschule besonders intensiv sind. "Der Maler ist Thema im Kunstunterricht. Und die sechsten Klassen haben im vergangenen Schuljahr die Carl-Blechen-Ausstellung in der Branitzer Gutsökonomie besucht", berichtet Schulleiterin Carola Reinhold.

Beim Carl-Blechen-Fest im Juni hat der Verein der Schule einen Kunstkalender übergeben, der anlässlich des 200. Geburtstages des Künstlers im Jahr 1998 herausgegeben worden war. "Ich könnte mir keinen besseren Ort für diese Bilder vorstellen", sagt Marion Bahrke, stellvertretende Vorsitzende der Carl-Blechen-Gesellschaft.

Und sie sollte recht behalten. Die zwölf Kalenderblätter und das Deckblatt, 13 qualitativ gute Reproduktionen von Blechen-Gemälden, sind gerahmt worden und schmücken nun das Schulhaus. Jede Klasse hat auf diese Weise ein Bild erhalten. "Die Schüler stehen häufig davor, um die Malerei genau zu betrachten", berichtet die Schulleiterin.

Doch nicht nur im Schulhaus und im Kunstunterricht, wo unter anderem sehr schöne Porträts des Malers entstanden sind, ist Carl Blechen präsent. Seit 2015 wird in der Grundschule jedes Jahr ein Carl-Blechen-Preis verliehen. "Er geht vor allem an besonders hilfsbereite und fleißige Kinder mit guten Leistungen", erläutert Carola Reinhold.

Mancher der 330 Schüler mag sich durch die Bilder des berühmten Sohnes der Stadt inspiriert fühlen, auch außerhalb des Kunstunterrichts zu Pinsel und Farben zu greifen und seine Umgebung widerzuspiegeln.

Wie die vom jungen Blechen im Jahr 1829 geschaffene Landschaft bei Sorrent beweist, spricht diese Malerei Kinder an. Carl Blechen malte heitere und sinnliche Landschaften, aber auch Landschaften, deren impulsiver Pinselstrich und ungewöhnliche Farbigkeit die Menschen seiner Zeit häufig befremdeten. "Seine Vielseitigkeit führt immer wieder zu Entdeckungen", weiß Beate Schneider, Kuratorin der Branitzer Blechen-Ausstellung. "Blechen ist ein genauer Beobachter der Natur, der uns auch das Unscheinbare vor Augen führt", stellt die Museumsmitarbeiterin fest.