Vor 130 Jahren wurde Nollner am 17. September 1879 in Rinteln an der Weser geboren. Er studierte Jura und Volkswirtschaft und wurde nach dem Abschluss im Jahr 1907 als Landrichter in Gnesen (heute Gniezno) eingesetzt. Im Jahr 1913 wurde er zweiter und noch im 1. Weltkrieg 1. Bürgermeister dieser Kreisstadt in der Provinz Posen.

Nach dem Versailler Friedensvertrag wurde das Gebiet an Polen abgetreten, und Nollner musste darauf zurücktreten. Im Jahr 1925 bewarb sich Nollner nach dem Tode von OB Dreifert nach einer Ausschreibung um das Amt in Cottbus und gewann die Stichwahl. Am 22. März 1926 begann seine Amtszeit.

Im Jahr 1926 gab es in der Stadt rund 1500 Arbeitsuchende, die Zahl der Firmenkonkurse hatte sich mehr als verdoppelt, die Wohnungsnot war groß, und ein Spreehochwasser hatte beträchtliche Schäden angerichtet. Die Stromversorgung war teilweise zusammengebrochen, und so saß Nollner in seinen ersten Arbeitswochen schon einmal mit den Abgeordneten bei Kerzenlicht und Petroleumlampen.

Die dringend nötige Kanalisation – im Mai 1926 konnte mit der Kanalisation in Sandow begonnen werden – und die Verlängerung der Straßenbahnlinie nach Madlow waren erste Erfolge. Doch Nollner, gewillt, die harten Probleme lösen zu helfen, bekam eine eitrige Mittelohrentzündung, die trotz zweier Operationen im Städtischen Krankenhaus am 20. Juli 1929 zum Tode führte. Auf dem Südfriedhof fand er seine letzte Ruhestätte.