Klaus Neumann steckt voller Vorfreude. Zum 20. Mal wird der Geschäftsführer der Brennerei Sellendorf auf der Internationalen Grünen Woche sein. Dort will er seine Produkte bewerben und bei Verbrauchern und Handelsvertretern bekannter machen. „Ich freue mich, dass es losgeht. Die grüne Woche ist immer etwas Besonderes“, sagt Neumann. Traditionell wird er auch 2012 eine Neuheit vorstellen, was, bleibt geheim. Dass er zum 20. Mal ohne Unterbrechung auch 2012 auf der Verbrauchermesse präsent ist, kostet einiges. Die Standpreise sind nach der Aussage des Unternehmers aus dem Spreewald erheblich nach oben gegangen. „Die Preiserhöhung kam überraschend“, so Neumann. Für ein kleineres Familienunternehmen, wie die Sellendorfer Brennerei sei damit die Schmerzgrenze erreicht.

Auch der Spreewaldverein aus Lübben ist seit vielen Jahren auf der Grünen Woche präsent. 1996 warb er zum ersten Mal für seine Mitglieder und deren Produkte. „Eine große Verbraucher- und Publikumsmesse findet direkt vor unserer Haustür statt. Warum sollten wir das nicht nutzen“, sagt Andreas Traube vom Spreewaldverein. Vor allem Kleinstunternehmen, alles Mitglieder, können an dem Spreewald-Markt Doppelstand ihre Produkte einer größeren Öffentlichkeit vorstellen. 16 kleinere Unternehmen aus der Region stellen etwa 50 Produkte vor. Darunter sind auch einige Neuheiten, wie etwa Schafskäse mit Meerrettich vom Kackrower Milchschafshof, Straupitzer Mühlenbrot oder Bio-Dill-Leinöl von einem Kolkwitzer Landwirtschaftsbetrieb. „Kleinst-Unternehmen haben meist nicht die Möglichkeit auf die Messe zu fahren. Gemeinsam an einem Stand schaffen wir mit dem Verein Aufmerksamkeit“, so Traube. Mit einem Doppelstand ist der Spreewaldverein in diesem Jahr auf der grünen Woche. Einziger Wermutstropfen: die Absage von dem dritten Stand.

„Wir haben in den Vorjahren den dritten Stand an die Spreewaldtöpferei Sander untervermietet. Doch wir haben trotz Verhandlungen mit dem Ministerium, dass die Flächen verteilt, keine zusätzliche Stellfläche bekommen“, so Traube. „Das ist schon bitter, dass es in diesem Jahr nicht geklappt hat. Wir haben leider so spät davon erfahren, dass wir nicht mehr reagieren konnten“, äußert sich Henry Sander von der Töpferei. Für sie sei das Erreichen einer großen Öffentlichkeit wichtig gewesen. Gemeinsam mit dem Wurzelhof Kolkwitz präsentiert Sander zumindest am ersten Messesonntag die Angebote seiner Three-Oak-Ranch.

Einen Messeauftritt lassen sich auch die Gläserne Molkerei Münchehofe und die Golßener Fleisch- und Wurstwaren nicht entgehen. „Es wäre töricht nicht teilzunehmen“, sagt der Geschäftsführer der Golßener Fleisch- und Wurtswaren Rainer Kempkes. Zwar sei die Messe immer mit Stress verbunden, aber der sei positiv. „Wir können dort mit dem Endverbraucher in Kontakt kommen, Kunden informieren und Lob, aber auch Tadel bekommen“, erklärt Kempkes. Vor allem Spreewälder Spezialitäten werden auf der Messe zum Verkosten oder vergünstigten Messepreisen angeboten, darunter Spreewälder Grützwurst oder Rauchzapfen mit Meerrettich. Die Gläserne Molkerei aus Münchehofe stellt indes eine Neuigkeit vor: Biomolkereibitter in Rollenform. Als junges Unternehmen könne man noch jedes Jahr ein neues, zusätzliches Produkt vorstellen, erklärt Mitarbeiterin Christin Röpert.