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| 15:55 Uhr

Heimatkaledner
Neue Geschichten aus dem ganzen Spreewald

 Der Burger Amtsdirektor Tobias Hentschel, Moderatorin Marlene Jedro (r.) und die redaktionelle Leiterin Dr. Edeltraud Radochla (l.)  bei der Übergabe des neuen Burger Heimatkalenders „Stog“ 2020.
Der Burger Amtsdirektor Tobias Hentschel, Moderatorin Marlene Jedro (r.) und die redaktionelle Leiterin Dr. Edeltraud Radochla (l.)  bei der Übergabe des neuen Burger Heimatkalenders „Stog“ 2020. FOTO: Marion Hirche
Burg. Burger Heimatkalender „Stog“ 2020 ist erschienen. Von Marion Hirche

Ein Blockbohlenhaus mit gekreuzten Schlangenkönigköpfen am Dachfirst, ein Heuschober, Kopfweiden, ein Hahn sowie seine Hühner am Fließufer und im Wasser zwei Holzkähne mit Rudel. – Das alles ist auf dem Bild von Wilhem Selleng zu sehen, welches die Titelseite des neuen Heimatkalenders „Stog“ 2020 vom Burger Förderverein Heimatgeschichte ziert.

Rechtzeitig am Vorabend des Burger Festwochenendes mit Heimat- und Trachtenfest ist dieses Jahresbuch erschienen und wurde im Deutschen Haus in Burg vorgestellt.

Das Werk von 31 ehrenamtlichen Autoren und fünf Bildautoren unter der redaktionellen Leitung von Dr. Edeltraud Radochla beinhaltet Geschichten aus dem ganzen Spreewald. Der Leser erfährt von einen fahrerlosen Lanz genauso wie von Spreewaldpuppen aus Kolkwitz oder den Vetschauer Korbmacher Leopold Anders.

Bernd Marx, Ludwig-Leichardt-Experte und bekannter Autor aus Trebatsch, hat die alten Haltepunkte der Spreewaldbahn unter die Lupe genommen.

Marlene Jedro, die Moderatorin des Abends, sprach bei der Vorstellung an dieser Stelle mit Wehmut von der nicht mehr schnaufenden Bimmelguste: „Aber die Gebäude sind noch vorhanden. In den alten Bahnhöfen sind zum Beispiel heute fünf Gaststätten, eine Fitness- und eine medizinische Einrichtung.“ Älteren Zuhörer im Saal erinnern sich. „Ich habe 1970 wohl eine der letzten Fahrten von der Guste von Cottbus nach Burg mitgemacht“, so der Burger Edelbert Jakubik.

Im Heimatkalender vorgestellt wurde auch der Künstler, der das Titelbild gemalt hat. Wilhelm Selleng aus Burg hat in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag gefeiert. Claudia Mertsch, neues Mitglied des Fördervereins, hat über diese Burger Künstlerinstitution geschrieben. In dem mit weiteren Bildern gespickten Text schreibt sie: „Es ist beeindruckend und faszinierend zugleich, wie jemand allein über Farben und Formen eine ganz eigene Geschichte erzählen kann.“

Silvio Schmoger hat mit seinem Text über den Schmogrower Adolf Lehmann ebenfalls einen Beitrag über einen Künstler beigetragen.

In dem Kalender finden sich Geschichten über den Spreewaldtourismus in den „Goldenen Zwanzigern“ und über Schlösser genauso wie über Spreewälder Gaumenfreuden. Hier verrät Autorin Marlene Jedro sogar ihr Eintopfrezept.

„Das Buch ist wieder sehr interessant. Im letzten Jahr gehörte ich auch zu den Autoren. In 50 oder 100 Jahren wird das hier Aufgeschrieben Wissen mal sehr wertvoll sein“, meint Bernd Brunke aus Cottbus.

Bei der Veröffentlichung konnte Rolf Radochla vom betreuenden Verlag auch befreundete Heimatvereine, unter anderem aus Finsterwalde, Calau und Lübben, begrüßen. Er bedankte sich bei allen Sponsoren und überreichte traditionell das erste Exemplar des Kalenders an den Burger Amtsdirektor Tobias Hentschel.

Den Heimatkalender „Stog“ gibt es unter anderem in Cottbus in der Buchhandlung Hugenddubel, in den Tourismusinformationen in Burg und Lübbenau sowie in der Burger Buchhandlung „Lesezeichen“. Er kostet sechs Euro.