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| 15:46 Uhr

Heimatgeschichte
Große Wäsche auf dem Festplatz

Heidi Palm und ihr Tragjoch sorgten immer wieder für amüsierte Kommentare bei den Besuchern. Der Blick in die Vergangenheit zeigte vielen, wie bequem doch die Gegenwart sein kann.
Heidi Palm und ihr Tragjoch sorgten immer wieder für amüsierte Kommentare bei den Besuchern. Der Blick in die Vergangenheit zeigte vielen, wie bequem doch die Gegenwart sein kann. FOTO: Marion Hirche
Burg. Anbieter und Besucher sind zufrieden mit dem 17. Handwerker- und Bauernmarkt.

Der Handwerker- und Bauernmarkt gehört zu den beliebtesten Veranstaltungen im Kurort Burg. In diesem Jahr gab es den Markt zum 17. Mal und wieder strömten hunderte Besucher an die Stände. Händler waren mit ihren Umsätzen zufrieden, Bauern konnten ihre frischen Produkte an  den Mann und die Frau bringen, Vereine zeigten Traditionen der Region.

Die Spiel- und Trachtengruppe der Domowina Briesensee hatte ihre „Große Wäsche“ auf den Burger Festplatz verlegt. Heidi Palm schleppte mit dem Tragjoch immer wieder neues Wasser ran, ließ auch den einen oder anderen Besucher mal Probetragen. Reinhard Gardy bemühte sich mit der Wäscheglocke um die Bearbeitung der Wäsche. Die letzten Flecken aus dem weißen Linnen schrubbte Renate Haacke auf dem Waschbrett in der Zinkwanne raus. Karl Thalwitzer aus Burg verfolgte das Geschehen aufmerksam und meinte dann zu der Wäscherin: „Meine Mutter hatte auch so eine Waschmaschine, nur wie repariert man so ein Ding?“

Besucher schauten Markt-Dauergast Erhard Merkel aus Friedrichshain beim Schmieden zu. Sie erlebten, wie  Hans-Georg Werlich aus Weißwasser mit ruhiger Hand Gläser durch Gravuren individualisierte. Sie genossen den Duft des geöffneten Fischräucherofens von Karl-Heinz Wiechmann und erfuhren von Ute Spieß, wie man wunderschöne Sträuße selbst anfertigen kann: „Machen sie einen Wiesenspaziergang, nehmen sie ein wenig Heu dazu und sie haben alle Zutaten für einen wunderschönen Strauß“, erklärte sie und demonstrierte dabei auch das Binden des Arrangements.

Zum ersten Mal war auch das junge Unternehmen „Spreewood-Distillers“ aus Straupitz in Burg dabei.  „Wir haben verschiedene Angebote, wie zum Beispiel den Gurkengeist oder den Rumtopflikör mit hergebracht und die Leute sind interessiert“, meinte Kevin Hoffmann.

Gekostet und gekauft wurde auch beim Stand von Lausikos. Wolfgang Matheus aus Rückersdorf freute sich, das er mit seinem Sortiment erstmals nach Burg eingeladen wurde: „Das ist wie ein Ritterschlag für mich“. Willi Redlich aus Goyatz probierte das Brennesselbrot mit Kräuterbutter und Rauchsalz und war begeistert: „Das hat einen besonderen, einen guten Geschmack.“ Über dieses Lob freute sich  Uwe Brose aus Atterwasch, der zum ersten Mal überhaupt mit seinen Salzen auf einem Markt stand. Er hatte für die  Käufer noch was Besonderes parat: Wer einen Fährmannssnack oder einen Lutkischmaus kaufte, der bekam gleich Samen für eine Bienenwiese im Tütchen mitgeliefert.

Gut zu tun hatte auch  Christina Keil aus Dresden: Sie bot Omas Wäsche frisch gestärkt und superweiß an. Waltraud Trogisch aus Muckwar kaufte sich bei ihr eine historische weiße Schürze: „ Wir haben nächste Woche Kinderfeuerwehrtag. Da werde ich sie zum ersten Mal tragen“.

Neu war zudem die Kochshow von TV-Promi Jörg Thiele. Er hatte stets  ein großes Publikum beim Demonstrieren seiner Zubereitungstricks. Die Besucher staunten, wie  Torsten Schulz aus Straupitz auf einer Presse von 1945 per Armkraft Leinöl presste und wie  Hannes Belaschk aus Boblitz die Meerrettichreibe und – füllmaschine von damals bediente. Angela Herrmann aus Stuttgart verkündete, dass sie auf jeden Fall  Pfeffer-, Chilli- und Gewürzgurken mit nach Hause nimmt.

Die Goyatzerin Elke Schüler staunte über die  XXL-Salatgurken eines Burger Gemüseproduzenten, an dessen Stand man ab und zu das Wendenkönigspaar Alice I. und Benjamin I. antreffen konnte. Auf der Bühne wurde das Treiben mit Musik, Tanz und Darbietungen einheimischer Gruppen begleitet. Die Moderatorinnen Sylke Schötz und Marlene Jedro plauderten über Trachten und Bräuche, kamen mit den Standbetreibern ins Gespräch. Mancher Marktbesucher freute sich zudem nicht nur über das üppige kulinarische Angebot, sondern auch noch über einen Gewinn in der Tombola. Die jüngsten Besucher waren von den ausgestellten Tieren ebenso begeistert, wie von den Heuballen, auf den es sich prächtig herumtoben ließ.

Beim Handwerker- und Bauernmarkt konnten die Besucher tief in ihre eigene Geschichte eintauchen Gäste und Händler waren mit dem Ergebnis zufrieden.
Beim Handwerker- und Bauernmarkt konnten die Besucher tief in ihre eigene Geschichte eintauchen Gäste und Händler waren mit dem Ergebnis zufrieden. FOTO: Marion Hirche
(jul)