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| 18:31 Uhr

20 Jahre Heimat- und Trachtenverein Saspow
Saspow ist stolz auf Backofen und Trachten

 Die Mitglieder blätterten in Chroniken und Fotoalben, die sie selbst angefertigt haben. 
Die Mitglieder blätterten in Chroniken und Fotoalben, die sie selbst angefertigt haben.  FOTO: Marion Hirche
Cottbus. Der Heimat-und Trachtenverein Saspow des Cottbuser Ortsteils feiert sein 20-jähriges Bestehen. Von Marion Hirche

Der Heimat- und Trachtenverein Saspow gestaltet seit 20 Jahren das kulturelle und politische Geschehen in dem knapp 700 Einwohner zählenden Ortsteil mit. Dieses Jubiläum wurde am Wochenende gefeiert.

„Wir waren damals Mitglieder in der Feuerwehr und haben die kulturellen Aufgaben mit bewältigt. Daraus ist der Wunsch entstanden, diesen Bereich auszugliedern – so ist unser Verein entstanden. Am 29. April 1999 haben wir den Heimat- und Trachtenverein gegründet“, berichtete der 1. Vorsitzende des Vereins, Bernd Kamenz, am Sonnabend bei der Geburtstagsfeier. Dezernent Thomas Bergner gratulierte den Saspowern zum Jubiläum, bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement: „Sie schaffen eine Atmosphäre der Heimat, des Hier-zu-Hause-Seins. Das ist ganz wichtig.“ Zudem sagte er Unterstützung hinsichtlich der Entwicklung der Siedlungsabfalldeponie zu.

Die Beibehaltung der Traditionen und der dörflichen Strukturen ist das Motiv für die meisten der 66 Mitglieder, sich im Heimat- und Trachtenverein zu engagieren. Fritz Mehlow gehört zu den Männern der ersten Stunde. Der 68-Jährige hat sich besonders für den Erhalt der alten Landwirtschaftstechnik eingesetzt und er gehört zu den „Vätern“ des  wieder funktionstüchtigen Steinbackofens. „Den haben wir in der Hausmeisterwerkstatt der alten Kita entdeckt und gleich nach unserer Gründung wieder instandgesetzt“, erzählt der Saspower.

Seitdem zeichnet die Sektion Backen des Vereins für Leckereien bei vielen Gelegenheiten verantwortlich: Gebacken wird zum  Maibaumaufstellen, zu Ostern, die Stollen zur Weihnachtszeit kommen hier in den Ofen, und wenn große Feiern anstehen, werden ebenfalls die Bleche in den großen Backofen geschoben. „Wir sind drei Heizer. Ich bin in Drachhausen groß geworden, habe dort den Eltern zugeschaut, wie gebacken wurde, habe mitgeholfen und jetzt diese Erfahrung hier genutzt. Wir haben gelernt, wie der Ofen richtig auf Temperatur gebracht wird“, berichtet Mehlow. Wenn angeheizt ist, dann werden zwischen acht und 15 Bleche Kuchen, Brot und Brötchen gebacken. Die Saspower sind sich sicher, dass der leckere Kuchen wohl auch der Grund ist, dass im Ort die Kirchentage stattgefunden haben.

Das Backen ist nur ein Punkt der Vereinsbilanz. Anfänglich gab es eine Tanzgruppe, die sich nach dem Gründungsort „Birkentanzkreis“ nannte. Noch heute gibt es eine Kindertanzgruppe, die unter anderem durch Vivien Krüger geleitet wird. Ihre leider schon viel zu früh verstorbene Mutter Marlies Schmolka gehörte zu den Motoren in puncto Trachten im Verein. Gudrun Templin ist die 2. Vorsitzende des Vereins und gehört zu den Mitstreitern der Anfangszeit: „Wir haben unsere Trachten wieder zusammengetragen, haben ergänzende Teile genäht, haben Sticken gelernt und Kindertrachten angefertigt. Heute sind wir ganz gut ausgestattet. Ich selbst habe sogar das Haubestecken gelernt. Das macht mir alles sehr viel Spaß “. Auch Manuela Müller gehört zu den Aktiven: „Ich habe das Nähen bei meiner Nachbarin Annemarie Rennert gelernt und nutze ihr Wissen und Können nun für den Verein.“

Der größte Erfolg der Saspower ist die Zusammenstellung eines traditionellen wendischen Hochzeitszuges, wie er 1925 aussah.  Diesen haben sie schon bei vielen Festen in der Region vorgestellt, so beim Festumzug in Burg, bei den Brandenburgtagen in Königs Wusterhausen und Spremberg. Ihre Trachten kamen auch schon in den Spreewaldkrimis zur Geltung.

Neben der Backofen-Küche haben sich die  Mitglieder einen Vereinsraum geschaffen. Bei  Festen ihres Ortsteiles führen sie oft historische Landtechnik vor.

Die Bilanz zum 20-jährigen Vereinsbestehen kann sich sehen lassen. Davon ist auch die 85-jährige Lieselotte Jäkel überzeugt: „Ich bin Mitglied, weil ich möchte, dass die Traditionen bewahrt werden, und das erlebe ich hier.“ Am Sonnabend wurde an den Birken im Festzelt der Vereinsgeburtstag mit Schwein am Spieß und guter Musik gefeiert.