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Haus der Armee wird endlich saniert

In dem Gebäudekomplex sollen noch in diesem Jahr Wohnungen und eine Kita entstehen.
In dem Gebäudekomplex sollen noch in diesem Jahr Wohnungen und eine Kita entstehen. FOTO: ani
Cottbus. Das Gebiet rund um den Cottbuser Zentralcampus macht sich fein. Immer mehr Investoren wollen Wohnungen und Stadtvillen bauen, jetzt nehmen auch die Pläne für eine dringend benötigte Kita konkrete Formen an. Dafür wird das ehemalige "Haus der Armee" saniert. Andrea Hilscher

Das Haus am Universitätsplatz hat eine wechselvolle Geschichte: Als Sport- und Feierhalle der ehemaligen Hochschule für Lehrerbildung wurden die Gebäude 1938 eröffnet, nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die Sowjetarmee das Areal als Offizierskasino und Kulturhaus. Später wurde das Gebäude zum Kulturzentrum umgebaut.

Bis Ende 2011 hat die Universität die Räumlichkeiten mit Kinosaal, Bühne und Gaststätte genutzt. Seitdem gab es zwar immer wieder Ideen für das imposante Gebäude, verwirklicht wurden sie nicht. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, sein Baustil ist charakteristisch für die Architektur der 1930er-Jahre.

Inzwischen hat die Firma "Immo-Pool Spreewald GmbH" konkrete Pläne für eine Umnutzung des Areals vorgelegt.

Eine Kita unter Trägerschaft der Johanniter soll bis Januar 2018 ihren Betrieb aufnehmen, 110 Kinder sollen dann auf rund 1100 Quadratmetern Platz finden. "Dazu planen wir auch noch einige Wohnungen", sagte einer der Immo-Pool-Geschäftsführer gegenüber der Rundschau. Der Niederländer, der in der Schweiz lebt, betreibt nach eigenen Angaben zwei Firmen in Deutschland, hat bereits mehrere Altbauten in Cottbus erworben, "Es macht uns Spaß, alte Bauten umzugestalten." Mit einem Baubeginn am Universitätsplatz rechnet er in zwei bis drei Monaten. Nach einem etwas schleppenden Beginn gebe die Stadt jetzt Gas, um alle erforderlichen Formalien zu erledigen.

Im jüngsten Bauausschuss wurden dafür die Grundlagen gelegt - trotz einiger Bedenken der Stadtverordneten. Martin Kühne (Bündnis 90/Grüne): "Eine Kita braucht zwingend Ruhezonen. Es ist nicht leicht, diese in der Nähe der viel befahrenen Sielower Landstraße zu realisieren." Außerdem, so ergänzt Mario Kaun (Die Linke): "Der Plan, Wohnungen und eine Kita auf so engem Raum zusammenzubringen, ist gewagt." Gerade erst hätten die Erfahrungen mit dem Bolzplatz am Brunschwigpark gezeigt, wie schwer sich Mieter oft tun, den Lärm in ihrer Nachbarschaft zu ertragen - selbst wenn seine Quelle schon vor dem Bezug der Wohnungen bekannt gewesen sei. "Aber insgesamt sind wir natürlich froh über jeden Schandfleck, der aus der Stadt verschwindet", sagt Kaun. Gerade die Entwicklung der Quartiere rund um die Universität und die Lagune sei erfreulich. "Es ist schön, dass hier neuer Wohnraum entsteht."

An der Sielower Landstraße plant die eG Wohnen lang gestreckte, terrassierte Stadtvillen mit insgesamt 68 Wohnungen. Das Projekt soll 2018 und 2019 umgesetzt werden.

Neben der Lagune auf dem Gelände der früheren Gartensparte "Abendfrieden" will ein Investor in Nachbarschaft zur BTU Wohnhäuser für Mitarbeiter der Uni und Gästewohnungen errichten.

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