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Wechsel an der Spitze der TheaterNative C
TheaterNative C macht heiter weiter

Michael Stein,  Gerhard Printschitsch und Hauke Tesch (v.l.) beraten den Spielplan der Kleinen Komödie.
Michael Stein, Gerhard Printschitsch und Hauke Tesch (v.l.) beraten den Spielplan der Kleinen Komödie. FOTO: Elsner / LR
Cottbus. Gerhard Printschitsch, Gründer der TheaterNative C, übergibt Leitung der Kleinen Komödie an Hauke Tesch. Von Ulrike Elsner

Die reiche Theaterlandschaft gehört zu den großen Stärken von Cottbus. Seit nunmehr 28 Jahren Jahren hat die TheaterNative C darin einen festen Platz. Im Dezember 1989 hat Gerhard Printschitsch gemeinsam mit dem Schauspieler Siegfried Wallendorf die Kleine Komödie Cottbus als erstes Privattheater der DDR gegründet. Am Silvesterabend hat der Theaterchef, Schauspieler und Regisseur die Verantwortung für den die Bühne in die Hände von Hauke Tesch gelegt, ehemals Spielleiter Oper am Staatstheater, gelegt.

Wer nach konkreten Informationen zum Spielplan des Jahres 2018 sucht, findet selbst auf der Homepage des Theaters kaum etwas.  Noch laufen dazu Gespräche zwischen dem scheidenden und dem neuen Theaterchef.  Doch im RUNDSCHAU-Gespräch lassen beiden keinen Zweifel aufkommen. Das Theater will auch künftig das bieten, was seine Anhänger an ihm mögen, bereichert allerdings durch neue Ideen.

Hauke Tesch sagt: „Ich möchte weiter Komödien spielen, weil die heitere Antwort auf Fragen des Lebens das wesentliche Fundament der TheaterNative C ist.“  Zwar werde es auch hin und wieder Stücke mit ernstem Hintergrund bieten. „Aber hauptsächlich wird dieses Haus“, so Tesch weiter, „heitere, unterhaltsame und für die Kulturlandschaft Cottbus ergänzende Angebote machen.“

Mit der Aufstockung der städtischen Förderung ist von diesem Jahr an auch der Spielraum spürbar gewachsen, nämlich um 25 000 Euro auf 75 000 Euro. Hinzu kommt: Nach einem harten Sparkurs übergibt Printschitsch ein schuldenfreies Theater. Damit werde das Spektrum breiter. Inszenierungen, die aus finanziellen Gründen immer wieder geschoben wurden, rücken jetzt in greifbare Nähe, sagt Michael Stein, Vorstandsvorsitzender der Theatergesellschaft C.

Eine zweite Stelle in der Verwaltung konnte geschaffen werden. Der Reichtum der Kleinen Komödie aber sind ihre Schauspieler, die dem Haus seit Jahren die Treue halten – von Christiane Arndt über Peter Hartmann und Cornelia Jahr bis Suzanne Kockat.

„Nie vergessen“, hieß die literarisch-musikalische Revue gegen Rechtsextremismus, mit der Hauke Tesch, zuvor Sänger im Opernchor,  Mitte der 1990er-Jahre bei der TheaterNative C seinen viel beachteten Einstand gab. Es folgten zwei Jahre als Chansonnier sowie ein weiteres festes Engagement am Staatstheater, wo Hauke Tesch von 2006 bis 2017 als Spielleiter Oper tätig war. Vom Chorsänger zum stellvertretender Operndirektor – eine bemerkenswerte Karriere. Und doch fehlte ihm etwas. „Ich bin ein ausgebildeter Sänger, habe aber nicht das Gemüt eines Sängers“, bekennt der Cottbuser. Deswegen sei er immer einen Schritt weitergegangen, habe immer wieder nach einer neuen Aufgabe gesucht.

Der Input auf der Bühne ist geklärt, wenn die Rolle durchprobiert ist. Dann geht es nur noch darum, den Kontakt zum Publikum jeden Abend aufs Neue herzustellen. „Ich habe in der Regiearbeit bei der Spreewälder Sagennacht alles gefunden, was mich interessiert hat“, stellt der Cottbuser fest. „So viele Einflüsse, so viele Aufgaben, um die ich mich zu kümmern hatte. Die Gesamtverantwortung für ein Großprojekt, das ist etwas, was mich ausfüllt.“ Diesmal heißt die Herausforderung Gesamtverantwortung für ein kleines Theater. Eine große Aufgabe, verantwortungsvoll und vielfältig.

Gerhard Printschitsch zeigt sich hocherfreut über den Nachfolger, der sich anschickt, der Cottbuser Theaterwelt eine neue Facette hinzufügen. Als Schauspieler und gelegentlich auch als Regisseur wird er allerdings weiter an Bord bleiben. Nur etwas kürzer treten eben.

Über konkrete Projekte ist Hauke Tesch bislang nichts zu entlocken. Nur so viel: „Den Theatersommer wird es wieder geben, und zwar in üppigster Ausführung, mit Inszenierungen, die draußen und bei Regen auch drin gespielt werden können.“ Auch andere  Aufführungsorte wie das Vereinshaus am Hammergraben werden beibehalten. Und ein Seniorentheater soll gegründet werden, in dem ältere Cottbuser ihre Theaterleidenschaft ausleben und damit anderen Freude bereiten können.

Michael Stein ist seit zehn Jahren Vorstandsvorsitzender der Theatergesellschaft C. „Es geht mir darum, die Stadt und Region lebenswert zu gestalten“, sagt der  Unternehmer über die Gründe für sein soziales Engagement. Ziel sei eine interessante abwechslungsreiche Theaterlandschaft, die jedem etwas bietet und  junge Leute anzieht.

Was ihm in dieser Phase besonders am Herzen liegt? Michael Stein: „Danke zu sagen an Gerhard Printschitsch, dass er in den zurückliegenden 28 Jahren ein Ensemble geschaffen hat, das sich sehen lassen kann. Und ihm zu bescheinigen dass dieses Lebenswerk anerkannt ist, dass es weitergeführt wird und sich weiterentwickelt.“