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| 14:10 Uhr

Buchvorstellung
Historiker schreibt Abenteuer für Kinder

  Hartmut Schatte hält sein  Kinderbuch in der Hand. Wer für Kinder schreibt, muss sich disziplinieren, betont er.
Hartmut Schatte hält sein Kinderbuch in der Hand. Wer für Kinder schreibt, muss sich disziplinieren, betont er. FOTO: LR / Silke Halpick
Cottbus. Der Cottbuser Autor Harmut Schatte mit Gubener Wurzeln will Lust aufs Lesen und auf die Natur machen. Von Silke Halpick

Mit seinem neuen Buch wagt sich der Regionalhistoriker Hartmut Schatte auf ungewohntes Terrain: „Die Knuddeltruppe“ ist für Kinder geschrieben. Erzählt werden die Abenteuer der siebenjährigen Leni, die mit ihrer Familie in eine neue Siedlung zieht.

„Ein Kinderbuch zu schreiben, habe ich immer vorgehabt“, sagt Hartmut Schatte. Einem breiten Publikum ist er allerdings vor allem durch seine Dorfchroniken von Groß Drewitz, Grano oder Kerkwitz bekannt. Sein bisher umfangreichstes Werk ist das 2015 erschienene Buch über die Gubener Theatergeschichte. „Die Knuddeltruppe“ hat er seiner siebenjährigen Enkeltochter gewidmet.

Mit dem Buch will er aber allen Kindern mehr Lust aufs Lesen und an Eigenaktivitäten in der Natur machen. Obwohl Schatte „kein Feind der Technik“ ist, wie er selbst von sich sagt, bedauert er schon, dass selbst schon Grundschulkinder mit Computer, Tablet oder Smartphone spielen, statt einfach raus auf die Wiese oder in den Wald zu gehen.

Konsequenterweise hat auch seine Heldin Leni Benti kein Handy. Sie spielt noch im Sandkasten und eckt dort mit dem ein Jahr älteren Tom Nikolaus an. In der gleichaltrigen Klara findet sie eine neue Freundin. Leni besitzt sogar drei Haustiere: eine Maus, eine Katze und einen Hund. Alle vier zusammen sind „die Knuddeltruppe“.

Viele der Abenteuer, die Hartmut Schatte in dem Buch erzählt, hat er selbst erlebt. Groß geworden ist er in der Gubener Altsprucke. „Ein Kinderparadies“, wie er sich erinnert. Das Schwarze Fließ mit seinen kleinen Brücken, der Wald, die Wiesen und Teiche haben ihn inspiriert. „Ich war sommers wie winters draußen“, erzählt er. In seinem Buch werden die Orte allerdings nicht namentlich genannt, weil die Geschichte überall spielen könnte.

Mit lustigen Kindersprüchen, Abzählreimen und Lebensweisheiten werden die Kapitel, die auch als Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen werden können, aufgelockert. Die Illustrationen stammen von Klaus Janck, mit dem Hartmut Schatte bereits seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Die Bilder sind naturalistisch und ganz bewusst in schwarz-weiß gehalten. „Die Kinder können die Bilder selbst ausmalen, wenn sie wollen“, sagt der Autor.

Bücher für Kinder zu schreiben, sei „viel, viel schwerer als für Erwachsene“, betont Schatte. Besonderen Wert hat er darauf gelegt, dass die Begrifflichkeiten stimmen, nichts aus dem Elternwortschatz ausgelassen, aber alles hinreichend erklärt wird. „In der Form und Ausdrucksweise musste ich mich schon disziplinieren“, räumt Schatte ein.

„Mit einem Buch die Welt verändern zu wollen, ist eine Illusion“, betont der Autor. Er selbst habe immer „viel Freude beim eigenen Schreiben“ und „doppelten Spaß an den Reaktionen“. Bisher seien die Rückmeldungen durchweg positiv ausgefallen, sagt er.

Hartmut Schatte lebte von 1946 bis 1973 in Guben, lernte den Beruf eines Elektromaschinenbauers, studierte später in Leipzig und leitete die Fachschule für Sozialwesen in Cottbus. Mehr als 40 Bücher hat er bisher geschrieben. Im Oktober 2019 will er den dritten Teil seiner Guben-Trilogie vorstellen.

„Die Knuddeltruppe“ ist für 10 Euro unter der ISBN 978-3-86929-416-2 im Buchhandel erhältlich.

  Hartmut Schatte hält sein  Kinderbuch in der Hand. Wer für Kinder schreibt, muss sich disziplinieren, betont er.
Hartmut Schatte hält sein Kinderbuch in der Hand. Wer für Kinder schreibt, muss sich disziplinieren, betont er. FOTO: LR / Silke Halpick