ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:35 Uhr

Happy Bärsday Knut

Eisbär Knut spielt im Zoo von Berlin mit einem Tannenbaum. Der Star ist bereits dreizehn Monate alt.
Eisbär Knut spielt im Zoo von Berlin mit einem Tannenbaum. Der Star ist bereits dreizehn Monate alt. FOTO: Soeren Stache dpa
Am Mittwoch, 5. Dezember, feierte der wohl berühmteste Eisbär der Welt seinen ersten Geburtstag. Zu diesem Ereignis kamen wieder viele Besucher, darunter zahlreiche Fotografen und Fernsehteams, in den Berliner Zoologischen Garten, um Knut zu seinem Geburtstag zu gratulieren. Eric Schlegel und Marcus Schellack


Der Eisbär präsentierte sich dabei in einem schmutzigen, leicht bräunlichen Fell. Knuts Ziehvater Thomas Dörflein persönlich übergab Knut seine Geburtstagstorte. Gesitteter als manches einjährige Kind machte sich Knut über diese her.

Geburtstags-Nascherei
Das von einer Holzkerze mit dem Aufdruck „1“ verzierte Naschwerk aus Eis, Früchten, Obst und Gemüse verzehrte Knut trotz zahlreicher Zuschauer mit großer Ruhe und offensichtlichem Genuss.
Aber nicht nur Knut bekam seine Torte, auch für die Besucher des Zoos gab es einen meterlangen, von der Berliner Bäckerinnung gebackenen Kuchen. Dessen Erlös kommt dem Zoo zugute. Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz sagte: „Ich wünsche Knut, dass er genauso alt wird, wie es sich für einen Eisbären gehört, also mindestens 30 bis 40 Jahre, und dass er eine Partnerin findet.“
Das wünscht sich auch sein beinahe ebenso berühmter Pfleger Thomas Dörflein und hofft, dass sich bald ein neuer Zoo und eine Partnerin für seinen Schützling finden. Noch sei Knut ein Baby, aber irgendwann müsse er sich auch lösen. Allerdings wird Knut den Berliner Zoo nicht vor Mai verlassen, wie der Bären-Kurator des Berliner Zoos, Heiner Klös, im rbb-Inforadio sagte. Danach werde sich der Zoo in ganz Europa umsehen, „wo ein geeignetes Plätzchen“ zu finden ist.
Ein Jahr ist es bereits her, dass der kleine, damals 810 Gramm schwere Eisbär als Zwilling geboren wurde. Kurz nach der Geburt verstieß Mutter Tosca jedoch ihre Zwillinge. Knuts Bruder starb nach vier Tagen, Knut aber schlabberte sich durch. Zwölfmal am Tag und in der Nacht gab Thomas Dörflein ihm wochenlang die Flasche mit Spezialmilch, rieb ihn mit Babyöl ein, schlief bei ihm und sang ihm Elvis-Presley-Lieder vor.
Auch die Tierärzte André Schüle und Andreas Ochs kümmerten sich um das Überleben von Knut. Mehrmals überstand der kleine Eisbär lebensbedrohliche Fieberschübe. „Immer wieder zitterten wir um ihn“ , berichtete Zoo-Chef Bernhard Blaszikiewitz. Doch Knut schaffte es. Er erreichte bei einer Untersuchung am 15. März 2007 ein Gewicht von 8,2 Kilogramm. Um ihn in den ersten Tagen seines Lebens zu schonen, hatte die Zooverwaltung eine Grenze von acht Kilogramm für die öffentliche Präsentation festgelegt. Deshalb wurde Knut erst am 23. März 2007, im Alter von 15 Wochen und mit einem Gewicht von neun Kilogramm, offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Zu diesem Anlass erschienen über 500 Journalisten. Schon am folgenden Tag zog Knut Tausende von Besuchern an. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) übernahm sogar die Patenschaft für das Jungtier.
Knut wurde zum Symbol einer bedrohten Tierart. Die Handaufzucht von Knut löste eine Debatte darüber aus, ob dies artgerecht sei. Schließlich gab es sogar eine abstruse Diskussion über die „Todesspritze“ für den Bären. „Knut darf leben“ , sprach der Zoo-Vorstand dann das Machtwort.
Die Zuneigung der tierliebenden Berliner und vieler Touristen hat das heranwachsende Raubtier noch immer. Heiner Klös vom Berliner Zoo sagte es einmal so: „Knut steht gegen das Böse in den Nachrichten, deshalb lieben ihn so viele Leute.“

Heiratsangebote
Auch der fürsorgliche Pfleger Dörflein wurde unfreiwillig von der Welle erfasst - er bekam zahlreiche Briefe mit Heiratsangeboten, was ihm eher unangenehm war. Inzwischen hat sich Knut von seinem Ziehvater - anfangs unfreiwillig - abgenabelt und ist allein in seinem Gehege unterwegs.