ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:48 Uhr

Handwerkermesse
Einladung zum Geschmackstest

Hier geht‘s um die Wurst: Bei einer der zurückliegenden Messen testeten Peer Kadach, der inzwischen verstorbene Ehrenobermeister Günther Britza, Gerhard Neumann (Obermeister Fleischerinnung Brandenburg Süd), Horst Teuscher (Geschäftsführer der Innung) und Christina Hönig die Produkte.
Hier geht‘s um die Wurst: Bei einer der zurückliegenden Messen testeten Peer Kadach, der inzwischen verstorbene Ehrenobermeister Günther Britza, Gerhard Neumann (Obermeister Fleischerinnung Brandenburg Süd), Horst Teuscher (Geschäftsführer der Innung) und Christina Hönig die Produkte. FOTO: Angelika Brinkop
Cottbus. Tradition auf der Handwerkermesse: Brot- und Wurstprüfung, Kuchenausscheid und Knackertest. Von Beate Möschl

Während das Bauhandwerk sich wieder als schlagkräftigste Zunft unter den 304 Ausstellern auf der Cottbuser Handwerksmesse erweist, gehören die Bäcker, Konditoren und Fleischer zu den heimlichen Favoriten der Genießer unter den Messegästen. Am kommenden Wochenende darf wieder herzhaft zugelangt und in der Kategorie Publikumspreis mitgewertet werden.

Zum zehnten Mal richten die Lausitzer und Spreewälder Bäcker- und Konditoren-Innung mit Obermeister Werner Klinkmüller aus Luckau und die Fleischerinnung Brandenburg Süd mit Obermeister Gerhard Neumann aus Doberlug-Kirchhain an der Spitze die beliebten öffentlichen Brot- und Wurstprüfungen aus sowie den Kuchen- und den Knackerwettbewerb, bei denen auch das Publikum wieder gefragt ist.

Den Vortritt hat jedoch die Fachjury. Und die ist stark gefordert. Los geht’s am Samstag um 10 Uhr mit der öffentlichen Brotprüfung nach den von der DLG (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft) vorgegebenen Kriterien in Halle 1. „Wir haben jedes Jahr durchschnittlich 25 bis 35 Brote zu prüfen. Tendenz steigend“, freut sich Werner Klinkmüller und sagt: „Seitdem wir das auf der Handwerkerausstellung machen, geben sich die Bäcker im Kammerbezirk mehr Mühe, wieder mehr eigene Brotrezepte zu kreieren.“

Drei Stunden wird die Fachjury wohl zu tun haben, bis sie sich durchgeprüft hat. Die heimischen Bäcker können danach sofort ihre Urkunden mitnehmen und im Geschäft aushängen. Auch das Publikum darf seine Wahl treffen, ganz intuitiv nach dem eigenen Geschmack. 2017 hatte das Genussbrot der Bäckerei Dreißig den Publikumspreis „Brot der Lausitz“ gewonnen. „Es macht uns Spaß, Neues vorzustellen und dem Publikum zu zeigen, dass wir in handwerklicher Tradition produzieren und trotzdem oder gerade deshalb neue Trends setzen und bedienen können und weit vorn sind beim Einsatz regionaler Zutaten“, so Markus Dreißig.

Die Bäckerei Dreißig wird sich erneut mit Neuheiten an der Brotprüfung und dem Kuchenwettbewerb beteiligen, der am Samstagnachmittag ab 14.30 Uhr in Halle 1 läuft und diesmal ganz im Zeichen des Napfkuchens und des Königskuchens steht. „Wir haben inzwischen 22 Anmeldungen für den Kuchenwettbewerb  vorliegen und rechnen mit weiteren. Bisher waren immer um die 30 verschiedene Kuchen im Rennen. Die Bäckermeister der Region bringen den Kuchen direkt aus der Backstube frisch auf den Messe-Tisch. Das ist eine logistische Herausforderung und gekostet werden darf kostenlos“, lobt Klinkmüller das Engagement der Innungsbetriebe. Noch ist die Frage, wer sich diesmal traut, das Kuchenurteil zu fällen. „Die Entscheidung liegt wie immer bei der Prominentenjury“, sagt der Innungsobermeister. Wer diesmal dabei sein wird, verrät er noch nicht.

Am Sonntag steht Herzhaftes im Vordergrund, wenn die Fleischerinnung Brandenburg Süd auftischt. Um 10 Uhr beginnt die öffentliche Wurstprüfung. „Wir rechnen mit 40 bis 50 Sorten, vielleicht auch mehr, denn wir haben diesmal auch die Berliner und Brandenburger Kollegen eingeladen, sich in Cottbus dem Urteil der DLG-Jury zu stellen“, sagt Innungsobermeister Gerhard Neumann. Jede einzelne Sorte Wurst wird bei der strengen Prüfung in 50 Kriterien „zerlegt“. Diese werden zudem noch unterschiedlich gewichtet. Ein Fachmann der Kreishandwerkerschaft hilft den Juroren deshalb beim Ausrechnen der Wertungen, schildert Neumann, der gemeinsam mit DLG-zertifizierten Prüfern, den Fleischermeistern Arnold aus Kraupa (Elbe-Elster) und Kaddach aus Spremberg (Spree-Neiße) die Bewertung vornehmen wird. Zum Neutralisieren wird es für die Juroren zwischendurch immer wieder reichlich Wasser zum Trinken geben und auch ein spezielles Wässerchen. Die Juroren werden auf einen Klaren aus der Brennerei Sellendorf zurückgreifen.

Mitreden und scheibchenweise  probieren darf das Publikum dann am Sonntagnachmittag ab 15 Uhr  beim Knackerwettbewerb. Innungsobermeister Gerhard Neumann rechnet mit 30 bis 40 verschiedenen Knackerproben. Aus den Zetteln, mit denen sich Besucher namentlich am Wettbewerb beteiligen können, wird am Schluss wieder ein Sieger gezogen, der richtig getippt hat. „Er bekommt einen Präsentkorb mit Produkten aus der Fachfleischerei, die beim diesjährigen Knackerwettbewerb den Sieg davon trägt“, kündigt Neumann an.