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Handwerk prägt Land und Leute

COTTBUS. Mit rund 27 700 Betrieben in der Lausitz ist das Handwerk ein starker Wirtschaftsfaktor. Allein die rund 10 000 Handwerksbetriebe im Handwerkskammerbezirk Cottbus sichern rund 50 000 Arbeitsplätze und damit Zehntausenden Familien Lohn und Brot. Beate Möschl

Brot ist denn auch das Stichwort, bei dem viele Kunden das Handwerk auch als einzelhandelsrelevant und stadtbildprägend erkennen. Zumal das Bäckerhandwerk mit Snack- und Imbissangeboten und Cafés Kunden lockt. Das wird gern angenommen.

Sich etwas Gutes zu gönnen, liegt im Trend. "Das bezieht sich allgemein auf Handwerksleistungen und Qualitätsprodukte. Aufgrund der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt und bei den Einkommen sind die Verbraucher bereit, mehr Geld für Qualität auszugeben", sagt Manja Bonin, Leiterin Unternehmensberatung bei der Handwerkskammer Cottbus. Sie hat speziell für die RUNDSCHAU-Aktion "Ich kaufe regional" aus den Betriebsstatistiken herausgelesen, wie viel Betriebe im Handwerkskammerbezirk Cottbus auch ein wichtiger Faktor für den Einzelhandel und attraktive Innenstädte sind. Ergebnis: Es sind schätzungsweise zehn Prozent.

"So genau kann man das gar nicht beziffern. Sicher ist, etliche Handwerksbetriebe betreiben auch Handel und sind je nach Ortsgröße auch stadtbildprägend; zum Beispiel im Zentrum von Cottbus ", sagt Manja Bonin und fügt an: "Im ländlichen Raum ist das Handwerk oft elementar. Wenn dort ein Handwerksbetrieb schließt, sei es ein Bäcker, Fleischer, Friseur oder der Tischlermeister, dann hat das Folgen für die Versorgung. Oft sind es Handwerksbetriebe, die auf dem Land neben den Agrarbetrieben Arbeits- und Ausbildungsplätze sichern. Auch fürs Dorfleben ist der alteingesessene Bäcker oder Friseur eine wichtige Kommunikationszentrale."

Wie ein Blick in die Betriebsstatistik verrät, sind im Kammerbezirk Cottbus 665 Friseure tätig, 132 davon in der Stadt Cottbus, 130 im Oberspreewald-Lausitz-Kreis, 122 im Landkreis Elbe-Elster und 121 in Spree-Neiße. Mit 160 Friseurgeschäften verzeichnet der Landkreis Dahme-Spreewald die höchste Konzentration. Zahlenmäßig dicht auf den Fersen sind ihnen die Kosmetiker mit rund 527 Betrieben im Handwerkskammerbezirk Cottbus.

Das Südbrandenburger Bäckerhandwerk erscheint mit 153 eingetragenen Betrieben auf den ersten Blick weniger stark vertreten, jedoch ist es durch ein ausgedehntes Filialnetz sehr präsent, oft über Kammer- und Bundeslandgrenzen hinweg. Das gilt auch für die meisten der 177 Fleischerfachbetriebe in Südbrandenburg.

Im Gewerk Raumausstatter sind 393 Betriebe bei der Handwerkskammer Cottbus registriert. Als Maßschneider sind 132 Fachfrauen aktiv, darunter 31 in Cottbus, 29 in Spree-Neiße, 25 in Elbe-Elster und 14 im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Das Uhrmacherhandwerk ist mit 41 Geschäften in Südbrandenburg vertreten, das Gold- und Silberschmiedehandwerk mit 23 Geschäften. Im Schuhmacherhandwerk sind im Handwerkskammerbezirk Cottbus noch 13 Meister tätig, davon drei in Cottbus, zwei in Dahme-Spreewald, fünf in Elbe-Elster und drei in Spree-Neiße. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gibt es gar keinen Schuhmachermeister mehr.