Von Georg Zielonkowski

Nach sechs Partien ohne Sieg haben die Männer des LHC Cottbus mit einem Miniaufgebot im Kolkwitz-Center endlich wieder zwei Punkte geholt. Neben der großartigen kämpferischen Leistung der gesamten Mannschaft ragte Torhüter Julien Adam mit seiner Leistung deutlich heraus.

Erst nach dem Abpfiff gab der Held des Tages, als solcher darf sich Cottbuser Torhüter zurecht bezeichnen lassen, den Hintergrund seiner famosen Leistung bekannt: „Es mag zwar nicht zum Adventswochenende passen. Aber statt Stolle habe ich heute zum Kaffee endlich mal wieder meinen geliebten Erdbeerkuchen gefuttert, vielleicht war das der Grund für meine gute Laune und die ordentliche Leistung“, so Julien Adam, nachdem ihn die kleine Schar seiner Mitspieler nach dem Abpfiff ausgiebig geherzt hatte.

Seine acht (!) Mitspieler wussten allzu gut, dass ein Riesenanteil des verdienten Erfolges den großartigen Paraden ihres Keepers zu verdanken war. Schon in der Startphase hielt der seine Mannschaft im Spiel. Während im Angriff reihenweise klarste Chancen verworfen wurden, parierte Adam nahezu jeden Ball der Ostseestädter, so dass nach elf Spielminuten die Anzeigetafel lediglich den Spielstand von 3:3 verriet. Schon in diesem Spielabschnitt musste man feststellen, dass die Gäste mit viel Wucht und ihren hünenhaften Rückraumspielern Jahn und Stöwsand die körperlich unterlegenen Cottbuser vor recht große Aufgaben stellen würden. Doch mit einem unglaublichen Eifer und ihren Hochgeschwindigkeits-Angriffen setzten die Gastgeber ihre Mittel dagegen, so dass man zunächst Sorge haben musste, ob denn die Kraft für die kompletten 60 Spielminuten reichen würde. „Wir waren heute ja wieder einmal mit nur neun Spielern am Start, so dass wir uns geschworen hatten, dass jeder bis zum Umfallen kämpfen muss, aber jeder auch ehrlich ansagen muss, wenn er mal eine kurze Pause auf der Bank braucht. Daran hat sich jeder gehalten, aber insgesamt war unsere Kampfkraft wohl heute der Schlüssel zum Erfolg“, erklärte nach den rassigen 60 Spielminuten der Torhüter des LHC.

Da die Gäste ebenfalls mit viel Druck und Tempo ihre Angriffe über viele Stationen ausspielten, entwickelte sich ein sehenswertes Handballspiel, das eine weitaus größere Zuschauerresonanz verdient hatte. Doch konnten sich die rund 100 Besucher stets an der Führung ihrer Mannschaft erfreuen, die nur in der Startphase einmalig in Rückstand geriet, ansonsten mit bis zu sechs Toren (19:13, 36.) in Front lag.

Obwohl der Bad Doberaner SV in der Schlussphase mit einer sehr offensiven Deckung agierte, ließen sich die LHC-Männer von ihrem Weg zum vierten Saisonsieg nicht mehr abbringen. Was auch daran lag, dass die Außenspieler der Norddeutschen quasi zur Wirkungslosigkeit verurteilt wurden, worin deren Trainer Sebastian Schlettwein einen Grund der Niederlage sah: „Aus 15 Würfen von den Außenpositionen haben wir heute nur zwei Tore gemacht. Das lag natürlich an unserer eigenen Schwäche, aber vor allem an diesem Teufelskerl im Cottbuser Tor!“

Der LHC Cottbus spielte mit: Adam – Nietzel 6, R.Takev 3, Widera 12, Efa 4, Reimann 1, F-M.Takev 1, A.Takev 3, Volk 1