Von Wolfgang Swat

Die Mitgliederversammlung des LHC Cottbus endete am Mittwochabend mit einem Paukenschlag. Die Wahl eines neuen Vereinspräsidiums platzte. Die zwingend notwendige Neuwahl des von fünf auf sieben Mitglieder erweiterten Führungsgremiums soll nun im Januar erfolgen. Eine Arbeitsgruppe soll dafür die entsprechenden personellen Entscheidungen vorbereiten.

Zwar gab es auf der Versammlung eine ausreichende Zahl von Kandidaten, die Mitglieder wollten aber wissen, wer an die Spitze des Vereinsgremiums stehen soll. Eine Direktwahl des Präsidenten sieht die Satzung des LHC nicht vor. Vielmehr wird dieser bei der konstituierenden Sitzung von den Mitgliedern des Präsidiums benannt.

Nach den überraschenden Rücktritten von Präsident Peter Gronem und zweier weiterer Präsidiumsmitglieder Anfang dieses Jahres lenken seitdem mit Gerald Haschick als amtierender Präsident und Frank Prätzel als Schatzmeister nur noch zwei gewählte Vorstände den Verein. Deutlich wurde auf der Versammlung, dass Haschick in der Funktion nicht unumstritten ist.

Mit  dem Unternehmer Ramon Quarta ist ein Mann Mitglied der „Findungskommission“, der als Trainer und Förderer der LHC-Damenmannschaft erst seit Saisonbeginn beim LHC ist. Er signalisierte in der Versammlung, Verantwortung zu übernehmen, allerdings erst nach konkreter Übersicht über die finanzielle Lage beim LHC. Die ist dem Bericht von Prätzel zufolge angespannt.

Anders als Quarta reagierte mit Marcus Meier der ehemalige Kapitän der Männermannschaft, der aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden musste. Er zog seine ursprüngliche Bereitschaft zur Mitarbeit zurück. Trotz seines Drängens auf seriöse Gespräche fern von Biertisch und Sporthalle über eventuelle Aufgaben und Perspektiven sei es dazu nie gekommen, kritisierte er.

Geplatzt ist nicht nur die Neuwahl, sondern auch die Entlastung des alten Präsidiums. Prätzel selbst hatte dafür plädiert, weil der Jahresabschluss 2017 noch nicht endgültig vorliege. Man müsse allerdings mit einem Minus im fünfstelligen Bereich rechnen. Positiv bewertete der Finanzchef, dass die Spieler der Männermannschaft seit Saisonbeginn auf die Hälfte ihrer geringfügigen  Aufwandsentschädigungen verzichten. Abgebaut werden müssten zudem zwei Darlehen von ehemaligen Präsidiumsmitgliedern in Höhe von insgesamt 35 000 Euro. Ein Kredit von 7000 Euro werde zum Jahresende fällig. Gegenwärtig verfüge der Verein jedoch über ausreichende finanzielle Mittel zur Sicherung des Spielbetriebs, unterstrich der LHC-Finanzchef.