(wsw) Der LHC Cottbus hat in der Handball-Oberliga nach dem Trainerwechsel von Bozidar Bursac zu Marcus Meier sein zweites Spiel in Folge gewonnen. Durch den 28:27-Sieg in Altlandsberg verbesserten sich die Lausitzer auf den Tabellen-Platz sechs.

Man braucht den Jubel der Gäste nach dem Abpfiff des Spiels gegen den MTV 1860 Altlandsberg nicht zu beschreiben. Man kann ihn sich vorstellen. Kurz vor dem Ausbruch der Emotionen lag der Ball nämlich zum vermeintlichen Ausgleich der Hausherren im Cottbuser Tor. Allerdings aus Sicht der Spieler um LHC-Kapitän Robert Takev zum Glück eine Sekunde nach Ablauf der Spielzeit.

Trainer Marcus Meier war auch am Montag die Erleichterung noch anzumerken, als er den Spielfilm für sich noch einmal gedanklich abspulte. „Das war ein Herzschlag-Finale, in dem wir nach großem Kampf und einer Super-Team-Leistung auch mal das Glück auf unserer Seite hatten“, fasste er den Ablauf der 60 Minuten in der Erlengrundhalle in Altlandsberg zusammen.

Kaum hatte Pascal Hüneburg in der 58. Minute das Tor zur 28:27-Führung geworfen, landete Alexander Takev nämlich mit einer Zeitstrafe auf der Bank. Altlandsberg aber verschenkte den Vorteil des Ballbesitzes in der Überzahl, und die Cottbuser verpassten ihrerseits sechs Sekunden vor Spielschluss mit einem Fehlwurf die endgültige Entscheidung. Zum Glück reichte die Zeit für die Gastgeber um die beschriebene eine Sekunde nicht mehr für einen erfolgreichen Konter.

Dabei hatte es zunächst nicht nach dem zehnten Sieg des LHC im zwölften Oberliga-Spiel seit dem Jahr 2010 gegen Altlandsberg (bei einer Niederlage und einem Unentschieden) ausgesehen. Nur in den ersten fünf Minuten beim 0:1 und 1:2 lagen die Gäste in Führung. Danach schwangen die Altlandsberger das Zepter. Mehr als eine Führung mit drei Toren gelang ihnen aber nicht.

In der Halbzeitpause stellte Meier auf eine 4:2-Deckung um. „Die hatte in der Vergangenheit immer recht gut geklappt“, begründete er die Maßnahme.

Dann kam die 40. Minute und damit war die Zeit angebrochen, in der die Cottbuser oft ihre Mühe hatten, Führungen zu behaupten. Diesmal ging man mit 20:21 in Führung und gestattete Altlandsberg lediglich noch zweimal (21:21,27:27) den Ausgleich. „Vielleicht liegt es daran, dass wir in den vergangenen Tagen mit einer guten Beteiligung intensiv trainiert haben“, sagte Meier.

Anders als in vielen Spielen zuvor war auch die LHC-Bank personell besser besetzt. So gehörten zum 13-Mann-Kader mit Tom Steinborn, Alexander Volk und Torhüter Robin Menz drei Nachwuchs-Spieler aus dem Kreis der Jugend-Bundesliga-Mannschaft. Alle Feldspieler bekamen ihre Einsatzzeiten. Nur Menz muss noch auf sein Männer-Debüt in der Oberliga  warten, weil laut Meier „Julien Adam zur Zeit richtig gut im Tor ist“.

LHC-Trainer Marcus Meier hat jetzt noch einen besonderen Termin. Er muss sich in dieser Woche erneut einer Operation am Ellenbogen unterziehen. Meier hatte  sich im Oktober 2017 im Spiel gegen Insel Usedom nach einem groben Foul  eines gegnerischen Abwehrspielers den linken Arm im Gelenk mehrfach gebrochen und musste deshalb seine Karriere als Spieler beenden. Das Training bei den Cottbuser Oberliga-Handballern übernimmt in dieser Woche Peter Melzer. „Ich hoffe, dass ich am Samstag gegen OSF Berlin wieder dabei bin“, sagte Meier.

Der LHC spielte mit: Adam, Menz (Tor); Widera (7 Tore), A. Takev (5), Efa (4), Hüneburg, R. Takev, Schulze (je 3), F. Takev (2), Reimann (1), Wieland, Steinborn, Volk