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| 18:28 Uhr

Vandalismus im ÖPNV
Haltestellen von Vandalismus betroffen

 Vor allem Bus- und Bahnhaltestellen sind in Cottbus häufig von Vandalismus betroffen.
Vor allem Bus- und Bahnhaltestellen sind in Cottbus häufig von Vandalismus betroffen. FOTO: LR / Robert Fischer
Cottbus. Vor allem Fahrkartenautomaten und Displays müssen nach Beschädigungen teuer repariert werden. Von Julian Münz

Von aufgeschlitzten Sitzen und Schmierereien berichtete der Forster Busunternehmer Thoralf Hönke vor einiger Zeit in der RUNDSCHAU. Auch in Cottbus ist der ÖPNV-Anbieter Cottbusverkehr von Vandalismus betroffen. Anders als in Forst bereiten hier hingegen Sachbeschädigungen an den Haltestellen großen Frust. Der traurige Höhepunkt ereignete sich dabei im vergangenen August, als Täter in einer Nacht elf Automaten an Haltestellen zerstörten und damit einen Schaden von etwa 20 000 Euro verursachten.

Äußerst ärgerlich seien diese Schäden, sagt Robert Fischer, Pressesprecher von Cottbusverkehr. „Wir haben zum Beispiel nicht für jedes zerstörte Display gleich einen Ersatz zur Verfügung, es muss also erst nachbestellt werden“, erklärt er. Dadurch entstehe nicht nur finanzieller Schaden, sondern es gehe auch Zeit verloren, in der die Mitarbeiter andere Dinge erledigen könnten. Auch für die Kunden sind die zerstörten Fahrkartenautomaten kein Grund zur Freude. „Wir merken, dass die Fahrgäste verärgert sind – nicht wegen uns, sondern wegen der Leute, die die Automaten zerstören,“ so der Pressesprecher von Cottbusverkehr. Schließlich seien die Anzeigetafeln und Automaten auch ein beliebter Service. „Und wenn es zuviel wird, ist die Alternative eben, dass wir keine Automaten an Haltestellen mehr aufstellen können“, sagt er.

Häufiger hat das Unternehmen beispielsweise in Sachsendorf mit Vandalismus an den Haltestellen zu tun. „An der Schwarzheider Straße gab es immer mal wieder Vorfälle“, berichtet Robert Fischer. Um auf das Thema aufmerksam zu machen, spricht das Unternehmen auch mit Jugendlichen an den naheliegenden Schulen. „Wenn wir sehen, dass sich die Vorfälle in einer Ecke häufen, gehen wir dort auch hin, um klar zu machen: Wir bekommen mit, was da passiert“, betont er.

Das heiße jedoch nicht, dass ausschließlich Schüler für die Ausschreitungen verantwortlich seien. „Diese sind nur eine große Gruppe, die sich oft an Haltestellen aufhält“, so Fischer. Es biete sich daher an, diese zu informieren, sodass bei ihnen die gesellschaftliche Verantwortung greife. „Wenn Ihr was seht, gebt Bescheid“, sei der Rat, den das Unternehmen den Schülern mitgeben wolle.

Dennoch, sagt Robert Fischer, gibt es auch beim Thema Vandalismus an Haltestellen positive Entwicklungen zu berichten: „Über Silvester, wo so etwas natürlich häufiger stattfindet, ist es dieses Mal bei uns sehr ruhig geblieben“, so der Pressesprecher von Cottbusverkehr. Sprengungen von Fahrkartenautomaten, die in den vergangenen Jahren mehrmals verübt wurden, seien im Jahr 2018 ebenso nicht mehr vorgekommen.

Das Verhalten der Kunden in den Bussen und Straßenbahnen kann Robert Fischer nur loben. „Die Fahrgäste benehmen sich ziemlich gut. Auch der Schülerverkehr ist kein Problem“, sagt er und fügt als Erklärung hinzu: „Schließlich werden die Fahrzeuge auch videoüberwacht.“ Insgesamt sei Cottbusverkehr mit dem Verhalten der Fahrgäste in den Bahnen sehr zufrieden.

Für andere Nahverkehrsdienste in der Region spielen Sachbeschädigungen in den Fahrzeugen ebenso kaum eine Rolle. Dies berichtet etwa Mandy Niedergesäß vom Busunternehmen Leo, das auf eigenen Linien in Cottbus und Umgebung verkehrt.

„Mit Vandalismus haben wir seit einigen Jahren keine Probleme mehr“, bestätigt auch Michael Quitzk von Quitzk Busreisen. Auf seinen Fahrten in Cottbus sei es fast immer ruhig und entspannt, erzählt der Busunternehmer. „Es ist schon schlimmer gewesen“, weiß Quitzk aber auch. Vor einigen Jahren noch hätten etwa Jugendliche Kfz-Kennzeichen von den Bussen abgerissen. Dies sei aber nun schon länger nicht mehr passiert.