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| 02:35 Uhr

Hakenleitern eröffnen die Cottbuser Feuerwehr-Spiele

Cottbus. Die Deutschen Meisterschaften im Feuerwehrsport in Cottbus sind eröffnet. Der Anfang ist spektakulär mit dem Hakenkeitersteigen. Am ersten Wettkampftag gleich mit vorn dabei – das Team Lausitz. Peggy Kompalla

Wo sonst die Cottbuser Radsportler ihre Runden schruppen, laufen sich am Donnerstag Feuerwehrmänner warm. Gut, dass die Radler Platz gemacht haben. Sie sind zu den Olympischen Spielen nach London abgereist. Aber auch in Cottbus geht es dieser Tage um nicht weniger als Olympia. Denn die besten Teams der Deutschen Meisterschaften qualifizieren sich für die Feuerwehr-Olympiade 2013 im elsässischen Mülhausen in den Kategorien Sport, Jugend und Tradition.

Donnerstag machen die Männer im Sportwettbewerb den Anfang. In der Mitte des Radstadion-Ovals steht der Kletterturm. Mit der Hakenleiter geht es über drei Etagen auf knapp elf Meter Höhe. Wer die Vorrunde überstehen will, muss das unter 17 Sekunden schaffen. 101 Sportler treten an, nur 24 kommen ins Finale. Das wird der Höhepunkt der Eröffnung der Meisterschaften.

Zu den lautesten Schlachtenbummlern gehören Renate und Siegmund Rückmann aus Klein Gaglow schon in der Vorrunde. "Die Stimmung ist gigantisch", sagt Renate Rückmann. Ihr Mann kommentiert: "Die Konkurrenz ist sehr stark."

René Frost vom Team Lausitz I legt ordentlich vor. Mit neuer persönlicher Bestzeit von 14:83 Sekunden fliegt er in die dritte Etage und damit ins Finale. Dafür gibt es auf dem Zuschauerrang gleich einen ordentlichen Schulterklopfer von Willi Bohlmann. Der Ehrenwettkampfleiter hat jahrelang die DDR-Feuerwehrsportmannschaft trainiert, nach der Wende den Feuerwehrsport weiter etabliert. Als Rentner genießt er jetzt die Wettbewerbe, statt sie mitzuorganisieren. "Die Lausitz ist heute der Maßstab in Sachen Feuerwehrsport", sagt er.

Doch nach dem ersten Wettkampftag sind zunächst andere vorn. Tom Gehlert vom Team Thüringen I ist in 14:66 Sekunden alter und neuer Deutscher Meister im Hakenleitersteigen. Gefolgt von Klaus Köster vom Team Mecklenburg-Vorpommern II in 15:84 Sekunden. Auf Rang drei schafft es der Lausitzer René Frost mit 15:97 Sekunden. "Das ist reine Nervensache", weiß Altmeister Bohlmann. Noch sind die Meisterschaften nur einen Tag alt. Am Freitag und Samstag folgen weitere Wettkämpfe für die Feuerwehrsportler. "Am Ende zählt immer das Team", sagt Willi Bohlmann.

Die tollkühnen Feuerwehrsportler entlocken manchem Nachwuchs Verwunderung. "Habt ihr gesehen, was die machen?", ruft ein Teenager in breitem Bayrisch seinen Freunden zu. "Das ist Wahnsinn." Tatsächlich ist das Hakenleitersteigen nur in Ostdeutschland bekannt. Deutlich gemischter geht es bei den Jugend- und Traditionswettkämpfen zu.

Während die Vorrunden im Hakenleitersteigen im Radstadion laufen, trainiert die Jugend im benachbarten Leichtatlethikstadion. Isabell Drews (14) und Ricardo Krüger (16) aus Krakow am See (Mecklenburg-Vorpommern) feuern ihr Team beim Staffellauf an. "Wir hoffen, dass wir was reißen können", sagt Isabell. "Es wäre so cool, wenn wir nach Frankreich zu Olympia kommen." Trotz Hitze tragen beide volle Montur. Nach ihrem Durchlauf ist die breit aufgeknöpft, darunter blitzen durchschwitzte Shirts. "Das ist halt Vorschrift", kommentiert Ricardo.

Kühlakkus verteilen die Kollegen von Frank Groba am Donnerstag trotzdem im Akkord. Die Sanitäter von DRK und Johannitern sichern die Wettkämpfe ab. "Bisher haben Akkus, Pflaster und Trost gereicht", sagt der DRK-Mann zufrieden.

Freitag wird es für die Jugend ernst. Die Traditionswettbewerbe folgen am Samstag. Mit dabei ist mit Sicherheit auch die Klein Gaglower Feuerwehrfamilie Rückmann. Sie wissen: "Wir haben als Fans einen wichtigen Job."

Zum Thema:
FREITAG, 27. JULI:7.30 bis 12.30 Uhr - 100-Meter-Hindernislauf;12.30 bis 16 Uhr - Jugendwettbewerbe;16.30 bis 18.30 Uhr - Viermal-100-Meter-FeuerwehrstafetteSAMSTAG; 28. JULI:8 bis 12 Uhr - Traditionelle Wettbewerbe;10 bis 11 Uhr - Gruppenstafette;13 bis 14 Uhr - Finalläufe 100-Meter-Hindernislauf;14 bis 16 Uhr - Löschangriff nassab 17.30 Uhr - Siegerehrung und Abschlussveranstaltung

René Frost vom Team Lausitz I war mit 14,83 Sekunden in der Vorrunde Bester. Im Finale zeigt er Nerven und kommt auf Platz 3. Foto: mih1
René Frost vom Team Lausitz I war mit 14,83 Sekunden in der Vorrunde Bester. Im Finale zeigt er Nerven und kommt auf Platz 3. Foto: mih1 FOTO: mih1
Michael Brandenburg (l.) und Karsten Binder bereiten in der Feldküche bis zu 1500 Essen vor. Foto: pk
Michael Brandenburg (l.) und Karsten Binder bereiten in der Feldküche bis zu 1500 Essen vor. Foto: pk FOTO: pk