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| 18:15 Uhr

Leben in Cottbus
GWC will behutsam neu bauen

Das GWC-Haus in der Drebkauer Straße wurde innen komplett saniert, die Grundrisse aus den 1960er Jahren umgestaltet. Ab August werden die Wohnungen wieder vermietet.
Das GWC-Haus in der Drebkauer Straße wurde innen komplett saniert, die Grundrisse aus den 1960er Jahren umgestaltet. Ab August werden die Wohnungen wieder vermietet. FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Die Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) ist mit 17 300 Wohnungen der wichtigste Vermieter der Stadt. Geschäftsführer Dr. Martin Kunze zieht einmal vor den Stadtverordneten Bilanz und gibt zugleich einen Ausblick auf Zukunftsrisiken und Chancen.

Für die GWC seit Jahren ein entscheidender Faktor der Marktanalyse: die Einwohnerzahl. Sie lag im Dezember 2017 auf einem vorläufigen Höhepunkt von 100 945 Einwonern, ist bis Mai auf 100 383 gesunken. Torsten Kunze; „Wir hatten im vergangenen Jahr erneut einen Sterbeüberschuss, der sogar höher ausfiel als 2016.“ So wurden im vergangenen Jahr 817 Cottbuser geboren, 1374 sind gestorben. Der Sterbeüberschuss lag bei 557 (Vorjahr 452). Das Haushaltsnettoeinkommen sank dabei von 1725 auf 1625 Euro pro Monat. Kunze: „Das sinkende Einkommen zeigt uns, wie wichtig sozialverträgliche Mieten in der Stadt sind.“

Wesentlich für die gute Vermietungsquote ist die Vermietung an Flüchtlinge. Lag der Anteil der Flüchtlinge unter den Mietern 2015 nur bei 1,56 Prozent, ist er mittlerweile auf 6,43 Prozent angestiegen. 1114 Wohneinheiten sind somit an Zuwanderer vermietet, die GWC erzielt 6,36 Prozent ihrer Mieterlöse über diesen Personenkreis.

Aktuell liegt der Wohnungsbestand der GWC bei 17 306, der überwiegende Teil ist vermietet. 583 Wohnungen stehen leer, die Quote war im Mai mit 3,4 Prozent geringfügig höher als im Dezember 2017. Die durchschnittliche Nettokaltmiete lag liegt bei 4,76 Euro pro Quadratmeter, hat sich in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 1,2 und 2,2 Prozent erhöht. Wie moderat diese Preise sind, zeigt sich bei einem Blick auf den Cottbuser Wohnungsmarkt: Nettokaltmieten von zehn Euro und mehr sind längst keine Seltenheit mehr.

Positiv für die Jahresbilanz war vor allem die Rückerstattung von rund zehn Millionen an Altanschließerbeiträgen. Sie trieb den Jahresüberschuss auf 15,386 Millionen Euro (Vorjahr: 6,83 Millionen). Die Gesamt­schulden liegen jetzt bei 255,8 Millionen Euro (Vorjahr: 268 Millionen).

Die GWC will auch künftig behutsam in Neubau investieren, um nach und nach die Plattenbaubestände (90 Prozent) zu ersetzen. Investiert wird ebenfalls in Balkone, Aufzüge und die Nachrüstung von Rampen.

(hil)