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| 02:34 Uhr

Gute Adresse für kulturelle Entfaltung

Platz war knapp bei der Ausstellungseröffnung in der Lodka.
Platz war knapp bei der Ausstellungseröffnung in der Lodka. FOTO: Helbig/mih1
Cottbus. Zwei Jubiläen haben das Wendische Haus am Donnerstagabend an seine Kapazitätsgrenzen gebracht. Trotz der eng gestellten Stuhlreihen konnte der Klubraum die Besucher der 100. Ulrike Elsner

Ausstellung im 25. Jahr der Sorbischen Kulturinformation Lodka im Wendischen Haus nicht fassen. Doch die Enge ist ein Beleg für die Attraktivität des Hauses. "Die Lodka ist eine wichtige Anlaufstelle für die sorbische/wendische Bevölkerung und ein wichtiges Kulturzentrum für Cottbus und ganz Brandenburg", sagte Sabine Sieg von der Stiftung für das sorbische Volk in ihrer Eröffnungsrede.

Zur Ausstrahlung des Hauses in der Cottbuser August-Bebel-Straße tragen die Ausstellungen ganz wesentlich bei. Gezeigt wurden bisher unter anderem 56 Personalausstellungen, 18 Fotoausstellungen, zehn Gemeinschaftsausstellungen mit den Ergebnissen von Pleinairs. Der Spremberger Malerin Irmgard Kuhlee war die erste Ausstellung vor 25 Jahren gewidmet. Am Donnerstag gehörte sie zu den Ehrengästen.

Ein gefragter Gesprächspartner war auch Klaus Bramburger. Der Künstler ist nicht nur mit dem Bild einer alten Scheune und der Plastik "Sorbin mit Katze" einer von 38 in der Ausstellung vertretenen Künstlern, er hat auch mehrere Pleinairs geleitet. Was er am Wendischen Haus in Cottbus besonders schätzt, benennt der Gubener so: "Hier herrscht immer eine gute Atmosphäre. Und jede Ausstellung ist individuell."

Auch Lena Theurich, frühere Domowina-Regionalsprecherin und heute in Dresden zu Hause, ist Malerin. Im RUNDSCHAU-Gespräch betont die 73-Jährige: "Sorbische Kunst ist nicht Folklore sondern Lebensgefühl. Aber vielleicht bin ich in der Farbwahl mutiger, weil ich hier verwurzelt bin." Schließlich zeichnen sich auch die Trachtenstickereien durch besonders intensive Farben aus.

Für den Cottbuser Kulturamtschef Bernd Warchold macht die Ausstellungstätigkeit der Lodka deutlich, "wie wichtig es für die kulturelle Entfaltung und Begegnung ist, Raum zu haben, eine gute Adresse, wohin man sich jederzeit wenden kann. Das Wendische Haus, die Lodka, ist so ein Raum in Cottbus", sagte er. Das gemeinsame Engagement Vieler, so auch der Stadt Cottbus, zahle sich aus.

Monika Hamacher ist regelmäßiger Gast bei Ausstellungseröffnungen. Mit einer selbst gezogenen Topfpflanze für die Aussteller drückt die Cottbuserin ihre Sympathie aus. Diesmal hat sie fünf Aloe-Vera-Töpfchen für die Künstler mitgebracht.

Die Ausstellung kann bis zum 21. April, montags bis freitags, jeweils 10 bis 16.30 Uhr, oder nach Anmeldung besichtigt werden.

Kontakt: Tel. 0355 48576468.