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| 19:49 Uhr

Gut bewachtes Cottbuser Stadtfest

Das Stadtfest blieb sehr friedlich. Trotzdem zeigte die Polizei in diesem Jahr deutlich Präsenz.
Das Stadtfest blieb sehr friedlich. Trotzdem zeigte die Polizei in diesem Jahr deutlich Präsenz. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Das Stadtfest war in diesem Jahr etwas besser bewacht als gewohnt – diesen Eindruck konnten die Besucher in den drei Tagen leicht gewinnen. Das Fest blieb sehr friedlich, wie die Polizei erklärt. Doch etwa 20 Personen mussten das Gelände verlassen. Peggy Kompalla

Ziemlich kurzfristig hatte die Stadt Cottbus am Donnerstag - also nur einen Tag vor Festbeginn - eine Allgemeinverfügung erlassen. Darin wird auf dem Stadtfest das Tragen von Bekleidungsstücken mit Abzeichen oder Emblemen von Motorradgangs verboten. Explizit genannt wurden darin folgende Clubs: Hells Angels, Red Devils, East Crew 81, Provokateur, Bandidos und Gremium.

Damit hat das Rathaus ein deutliches Zeichen gesetzt. Nach Auskunft von Ordnungsamtsleiter Manfred Geißler gab es dafür keinen konkreten Anlass. Also keinen Vorfall der eine Auseinandersetzung verfeindeter Gruppen befürchten ließ. Nur so viel: "In den Vorjahren haben sich Besucher beim Stadtfest durch Rockergruppen in ihren Kutten verunsichert und bedroht gefühlt", erklärt er. "Dem wollten wir mit der Verfügung entgegenwirken."

Das hat offenbar funktioniert. Kutten - also Rockerkluft - wurden während der drei Festtage nicht gesichtet. Dafür ist eine Gruppe kreativ geworden, hat die Verfügung für eine kleine Provokation genutzt und sich flink einen Satz T-Shirts bedrucken lassen. Darauf steht: "Kriminelle Rocker?" Damit wurden einige Männer bereits am Freitag gesichtet.

Am Samstag dann der zweite Versuch, diesmal mit deutlich mehr Beteiligten. "Eine größere Gruppe von etwa 20 Mann ist über das Stadtfest gelaufen und in die Strandpromenade am Heronplatz eingekehrt", berichtet Geißler. Das war dem Ordnungsamt von Besuchern und Standinhabern mitgeteilt worden. Der Effekt sei derselbe gewesen wie bei Kutten, sagt er. "Die Menschen fühlten sich durch das uniformierte Auftreten bedroht." Deshalb sei die Polizei um Amtshilfe gebeten worden. Sie forderte demnach die Männer auf, die T-Shirts umzudrehen und sprach einen Platzverweis für das Festgelände aus.

Neben dem Ordnungsamt, das während der drei Tage fast ständig mit zwei Streifen im Einsatz war, gab es Unterstützung von den Revierpolizisten sowie der Landeseinsatzeinheit. Die genaue Zahl der eingesetzten Beamten wollte die Polizei nicht bekannt geben.

Ob es beim kommenden Stadtfest eine ähnliche Verfügung geben wird, lässt Ordnungsamtschef Manfred Geißler offen. "Der Einsatz hat uns leider Recht gegeben."