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| 18:34 Uhr

Jazz
Gut aufgelegt: JR3 im Obenkino

JR3, das sind Jan Roder (Kontrabass), Rudi Mahall (Klarinetten) und Olaf Rupp (E-Gitarre). Es war das letzte Jazzkonzert vor der Sommerpause.
JR3, das sind Jan Roder (Kontrabass), Rudi Mahall (Klarinetten) und Olaf Rupp (E-Gitarre). Es war das letzte Jazzkonzert vor der Sommerpause. FOTO: Ingrid Hoberg
Cottbus. Nach der Sommerpause geht es im Glad-House mit Jazzkonzerten weiter. Von Ingrid Hoberg

Ob Squakk, Die Dicken Finger oder andere Formationen, die Berliner Musiker Jan Roder (Kontrabass), Rudi Mahall (Klarinetten) und Olaf Rupp (E-Gitarre) sind im Cottbuser Glad-House immer wieder gern gehörte Gäste. Am Montagabend begrüßte Jürgen Dulitz sie nun als  JR3 zum letzten Konzert vor der Sommerpause.

Sie stellen ihre beim New Yorker Label relative pitch erschienene CD „Happy Jazz“ vor – und auch wieder nicht. Wie die Drei dem assoziativen Spiel verpflichtet sind und die Kunst der Improvisation beherrschen, gibt es keine zwei Konzerte, die sich gleichen. Und so ist der Abend im Obenkino mindestens so spannend wie ein Elf-Meter-Schießen bei der Fußball-WM.

Doch bei Roder, Mahall und Rupp gibt es keinen Spielmacher, der den Ton vorgibt, für alle den Weg weist, der dominiert.  Von Spontanität gespeist, inspirieren sie sich immer wieder zu neuen Ideen, beweisen sie ihre Virtuosität, wenn jeder für sich aufs Ganze geht. Aber auch, in dem er sich zurücknehmen kann, eingeht auf die Mitspieler. Dem Zuhörer bleibt da nur, einzutauchen, den ausgelegten Klangideen  zu folgen, sich einspinnen zu lassen. Der Bassist, der Klarinettist, der Gitarrist sind so zu hören, wie in den bekannten anderen Formationen, aber eben auch um einiges individueller und intensiver. Am Ende gibt es ein begeistertes Publikum und Musiker, die an diesem Abend ihr Konzept des Improvisierens umgesetzt haben.

Nach der jazzfreien Zeit im Sommer im Glad-House geht es am 15. Oktober weiter mit einem neuen Projekt von Saxofonist Thomas Borgmann, unter anderem ist dann Jan Roder wieder am Bass zu hören. Am 5. November wird Conference Call erwartet, wie Jürgen Dulitz ankündigt. Und dann ist das Konzertjahr für improvisierte Musik in diesem Haus schon beendet, in der Hoffnung auf eine Fortsetzung 2019.