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Gustav Kehrl

Cottbus.. Heute vor 75 Jahren starb in Cottbus der Tuchfabrikant Gustav Kehrl. Als Sohn des Brandenburger Textilunternehmers Rudolph Kehrl am 6. April 1867 geboren, absolviert er das Realgymnasium in Brandenburg und die Webschule in Köln-Mülheim. Sammlung Krönert

Die beiden Söhne Gustav und Richard übernehmen das väterliche Unternehmen, das 1913 völlig abbrennt. 1914 wird die Produktion nach Cottbus verlagert. Die Familie erwirbt das Grundstück der Cottbuser Tuchfabrik Textor & Prochatschek, (ein Neubau mit Jugendstilelementen entsteht im gleichen Jahr); 1927 kauft sie den wesentlich größeren Textilbetrieb von Richard Rottka (ehemals Hermann Elias), die beide seitdem als Tuchfabrik Gustav Kehrl firmieren. Es sind die noch heute bestehenden und umgenutzten Fabrikgebäude an der heutigen Franz-Mehring-Straße 55 und der Parzellenstraße 10. Gustav Kehrl ist auch Auftraggeber für den Nornenbrunnen in der Dreifertst raße 9.
Kehrl war Mitglied der Deutschen Volkspartei, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Tuchindustrie, Mitglied des Preußischen Staatsrates und des Brandenburgischen Provinziallandtages. Der Sohn des brüderlichen Teilhabers Richard, Hans Kehrl, sollte im 2. Weltkrieg eine unrühmliche Rolle spielen als Stabschef von Speer, als Eingliederungsspezialist von polnischen und ukrainischen Textilbetrieben, als Mitverantwortlicher für Hitlers Raub- und Vernichtungskrieg. (hhk)