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| 18:42 Uhr

Tagebau Jänschwalde
Fokus auf den Tagebau

 Blick in den Tagebau Jänschwalde. Voraussichtlich bis 2023 soll dort noch Kohle gefördert werden.
Blick in den Tagebau Jänschwalde. Voraussichtlich bis 2023 soll dort noch Kohle gefördert werden. FOTO: Patrick Pleul
Jänschwalde. Gubener Umweltausschuss informiert sich über den Fortgang der Braunkohleförderung. Von Thomas Engelhardt

Nur wenige Tage nach der Präsentation des Abschlussberichtes der Kohlekommission hat sich am Donnerstag der Gubener Umweltausschuss mit  der Kohleförderung im Tagebau Jänschwalde beschäftigt – und vor allem mit der Frage, wie es mit dem riesigen Areal nach der Förderung der Braunkohle weitergehen wird. Als Gesprächspartnerin stand den Ausschussmitgliedern Birgit Schroeckh, Referentin für Tagebauplanung beim Bergbauunternehmen Leag, Rede und Antwort.

Sie führte aus, dass an den Eckpfeilern der geplanten Terminkette festgehalten werde. So soll die Endstellung des Tagebaus, also das Ende der Kohleförderung, voraussichtlich im Jahr 2023 erreicht werden. Das Kraftwerk Jänschwalde soll anschließend noch weitere acht bis zehn Jahre betrieben werden. Die Restraumgestaltung des einstigen Tagebaus soll in den Jahren 2024 bis 2034 erfolgen, daran schließt sich die Flutung der drei Seen an, die bei Heinersbrück, Jänschwalde-Ost und Taubendorf entstehen sollen. Diese Flutung soll nach jetzigem Stand 2042/43 abgeschlossen werden.

Das Besondere am Tagebau Jänschwalde sei, dass die Förderbrücke bereits das nachbergbauliche Terrain gestalte und es so für die Wiedernutzbarmachung vorbereite. Zu diesen vorbereitenden Arbeiten gehören Massenumlagerungen, das Schließen von Resträumen und die Herstellung der Landfläche.

Dabei wird der Süden des Tagebaus in der Zukunft hauptsächlich für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Doch auch im nördlichen Bereich, in dem aktuell noch die Förderung läuft, soll ein „Grünes Herz“ entstehen. Dafür werden in unmittelbarer Nähe des Tagebaus Spenderflächen gesucht, deren Mahdgut im Zuge der Renaturierung auf die neu entstandene Landfläche aufgetragen wird.

Als  Vergleich für den Tagebau Jänschwalde kann laut Birgit Schroeckh, was den Ablauf betrifft, der Tagebau Cottbus-Nord gelten, auch wenn der Jänschwalder Tagebau dreimal so groß sei. So wie in Cottbus-Nord werde auch für Jänschwalde ein Abschlussbetriebsplan erarbeitet, in dem alle Maßnahmen detailliert aufgelistet werden. Imposant sind schon allein die für Cottbus-Nord ermittelten Zahlen. So wurden dort nach dem Ende der Kohleförderung im Jahr 2015 allein elf Kilometer Gleise und 5000 Tonnen Stahl zurückgebaut.

Kritik am Bergbauunternehmen gab es im Verlauf der Sitzung vom Abgeordneten Gerhard Lehmann (Linke). Er monierte, dass es oft sehr lange dauere, bis von der Leag Bergbauschäden anerkannt würden. Das zeige sich aktuell in Bärenklau, wo es um Schäden an mehreren Gebäuden geht, sei aber auch vorher schon, wie beim Pastlingsee, der Fall gewesen. „Der Tagebaubetreiber bekennt sich nicht“, so Lehmann.

Birgit Schroeckh erwiderte, dass jeder Fall eines möglichen Bergbauschadens einzeln geprüft und unter den entsprechenden Umständen auch entschädigt werde. Weitere Fragen der Ausschussmitglieder gab es zum Wasserhaushalt. In dem Zusammenhang  verwies Birgit Schroeckh darauf, dass in die Überprüfungen auch weiterhin das Schwarze Fließ in Bärenklau und der Deulowitzer See einbezogen werden. Zu beachten sei bei allen Maßnahmen aber auch der Einfluss des Klimas. Mitgenommen wurden von der Referentin für Tagebauplanung auch Fragen von Irmgard Schneider (GUB-SPN) zur Emission des Kraftwerkes Jänschwalde.