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Grundwasserverbot jetzt offiziell in Kraft

Cottbus. Wegen zu hoher Schadstoffwerte im Erdreich dürfen Grundstückseigentümer im Cottbuser Stadtteil Ströbitz ab sofort kein Grundwasser mehr nutzen. Am Samstag hat die Stadt im Amtsblatt eine entsprechende Verfügung veröffentlicht. Sven Hering

Damit tritt das vor wenigen Wochen bereits angekündigte Verbot nun offiziell in Kraft.

Bestandteil der Allgemeinverfügung ist eine Übersichtskarte. Diese ist auch auf der RUNDSCHAU-Internetseite unter www.lr-online.de/grundwasser zu finden. Anhand dieser können die Ströbitzer herausfinden, ob ihr Grundstück in der gefährdeten Zone liegt. Allerdings ist das für Grundstücke an der Grenze des Gebietes nicht ganz einfach. Der Cottbuser Umweltamtschef Stephan Böttcher erklärt: "Für diese Fälle liegt bei uns eine größere Karte bereit." Ein Straßen- und Hausnummernverzeichnis gibt es indes nicht. Auch ein Anschreiben an die betroffenen Grundstückseigentümer ist laut Verwaltung nicht geplant.

In den vergangenen Tagen haben laut Böttcher bereits einige Ströbitzer den Kontakt zur Verwaltung gesucht. "Sie wollten natürlich vor allem wissen, ob ihr Grundstück betroffen ist", so Böttcher.

Entschädigungsansprüche oder finanzielle Zuschüsse, wenn künftig das Trinkwasser für die Bewässerung des Gartens genutzt werden muss, gibt es laut Böttcher nicht. So steht es auch in der Allgemeinverfügung.

Im Cottbuser Rathaus wird derzeit nicht ausgeschlossen, dass die Allgemeinverfügung demnächst erweitert werden muss. Prognosen darüber, wie sich die unterirdische Schadstofffahne ausbreitet, sind laut Böttcher allerdings schwierig.

Vor sechs Jahren hatte die Stadt erstmals ein Grundwasserverbot erlassen. Seit dem Jahr 2003 wird die Quelle des verseuchten Grundwassers, das Gelände des ehemaligen Potsdamer Chemiehandels in der Parzellenstraße, aufwendig saniert.