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| 08:42 Uhr

Bundesagrarministerin: Millionen neue Bäume aus Klimafonds bezahlen
Grüne: Mehr Mischwald als Brand-Prävention

 So sollte Mischwald aussehen: eine Herbstaufnahme aus dem im Landkreis Oder-Spree bei Sieversdorf.
So sollte Mischwald aussehen: eine Herbstaufnahme aus dem im Landkreis Oder-Spree bei Sieversdorf. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Berlin/Cottbus. Grüne sehen Klimakrise als Grund für die Serie von Flächenbränden. Sie fordern, dass der Wechsel hin zu mehr Mischwald engagierter angegangen wird. Von Michael Gabel

Als Reaktion auf die jüngsten Waldbrände  fordern die Grünen, dass der Bund sein Waldumbau-Programm massiv ausbaut. Der Wechsel „von Monokultur-Nadelwäldern hin zu naturnahen Mischwäldern“ müsse entschlossener angegangen werden, sagt der waldpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Harald Ebner, dieser Zeitung. Solche Wälder seien „weniger brandgefährdet und außerdem ökologisch viel vorteilhafter“ als etwa Kiefern-Plantagen.

Zuvor hatte sich Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) für ein Aufforstungsprogramm „mit mehreren Millionen Bäumen ausgesprochen. Ein solches Programm könne aus dem Energie- und Klimafonds finanziert werden, den die Bundesregierung zur Finanzierung der Energiewende eingerichtet hat.

Den Grund für die Häufung der Waldbrände in letzter Zeit sieht der Grünen-Politiker Ebner in der Klimakrise. „Sie stellt den Waldschutz vor neue Herausforderungen“, betont er. Benötigt würden „ausreichend Spezialisten und eine gute Ausrüstung“. Zudem sei es wichtig, die Bekämpfung großer Waldbrände bundesweit zu koordinieren.

Auch der Waldbrandexperte Johann Goldammer von der Universität Freiburg wünscht sich, dass der Bund sich künftig stärker engagiert. „Wir sehen in der Bedrohung eine Herausforderung, die wir nicht den Gemeinden, Kreisen und Bundesländern überlassen sollten“, sagt der Leiter des „Global Fire Monitoring Centers“ in der ARD-Sendung „Report Mainz“. Die meisten Feuerwehren seien nicht gut genug ausgestattet, um auf die steigenden Anforderungen zu reagieren. So verfügten nur wenige Wehren über geländegängige Fahrzeuge. Außerdem fehle es an leichter Schutzkleidung, mit der die Brandbekämpfer über längere Zeit eingesetzt werden können. Weiterer Kritikpunkt des Fachmanns, der auch schon die Vereinten Nationen beriet: Viele Feuerwehrleute seien nicht gut genug geschult, um Waldbrände zu bekämpfen – weil das Thema an Feuerwehrschulen „nur marginal behandelt“ werde.

Beim großen Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lübtheen (Mecklenburg-Vorpommern) hat sich die Lage weiter entspannt. Am Wochenende durften auch die Einwohner des letzten evakuierten Ortes wieder nach Hause. Nach Angaben der Einsatzleitung wurde der größte Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes am Wochenende auf ein Areal von 560 Hektar eingedämmt. Zwischenzeitlich hatten 1200 Hektar in Flammen gestanden. In den vergangen Wochen war es vor allem im Nordosten Deutschlands immer wieder zu größeren Waldbränden gekommen. Grund war die lange anhaltende Trockenheit.⇥Michael Gabel