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| 18:39 Uhr

Großreinemachen in der Stadt

Die Schmierereien an Pflanzkübeln und dem Brunnen sind mittlerweile beseitigt. Eine regelmäßige Öffnungszeit für den Spremberger Turm gibt es dagegen noch nicht.
Die Schmierereien an Pflanzkübeln und dem Brunnen sind mittlerweile beseitigt. Eine regelmäßige Öffnungszeit für den Spremberger Turm gibt es dagegen noch nicht. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Die Stadt rüstet sich für den Start in die neue Tourismus-Saison und bläst zum Großreinemachen. Mit etwas Verspätung sind jetzt auch Sprem und Altmarkt wieder blank. Der Spremberger Turm bleibt aber weiter verschlossen. Neue Impulse für die Innenstadt kommen dagegen von den Bürgern selbst. So sorgt etwa der Lions Club am Amtsteich für Erleuchtung. Peggy Kompalla

Vor einer Woche noch ärgerte sich Gottfried Lindner vom Altstadtverein über die Graffiti in der Sprem, die sogar den Brunnen verunstalteten. Pflanzkübel waren kurzerhand zu Plakat-Haltern umfunktioniert worden. Ein reichlich nachlässiges Bild lieferte Cottbus da ab - mittlerweile ist der Schmutz verschwunden. Trotzdem erkennen die Mitglieder des Altstadtvereins eine gewisse Nachlässigkeit, die sich Cottbus nach ihrer Sicht nicht leisten darf. "Wir haben den Eindruck, dass die Stadtverwaltung sehr mit sich selbst beschäftigt ist", erklärt Vereinschef Carsten Hajek. Dabei gehe es nicht um riesige Investitionen. "Es sind die kleinen Dinge, die zählen." Ein sauberes Stadtbild gehöre einfach dazu.

Erst auf Drängen des Altstadtvereins sind in der vergangenen Woche auf dem Altmarkt und am Sprem-Eingang zusätzliche Mülleimer aufgestellt worden. "Darum haben wir jahrelang diskutiert", sagt Lindner. "Wir wissen, dass es Cottbus nicht leicht hat, aber was uns fehlt, ist Initiative vonseiten der Stadt."

Der Spremberger Turm sei das beste Beispiel, sagt Carsten Hajek. "Der hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Anlaufpunkt für die Touristen entwickelt und dann wird er einfach geschlossen", sagt der Unternehmer kopfschüttelnd. "Das ist unbegreiflich. Es war doch von Anfang klar war, wann die Förderung ausläuft. Da muss man sich doch rechtzeitig kümmern."

Nach Auskunft von Stadtsprecher Peter Lewandrowski laufen hinter den Kulissen Verhandlungen für eine dauerhafte Öffnung des Turms. "Wir sind an einer Lösung dran", bestätigt Gabi Grube vom Cottbuser Stadtmarketing und Tourismusverband. Auch sie bedauert die derzeitige Situation. "Der Spremberger Turm ist ein echter Sympathieträger." Zumindest ermöglicht die Messegesellschaft CMT bei vorheriger Anmeldung von sieben Personen den Aufstieg. Dem spontanen Stadtbesucher hilft das wenig. Gabi Grube weist auf eine Alternative hin: "Man muss auf den Blick von oben nicht verzichten. Der Turm der Oberkirche kann auch bestiegen werden."

Echte Initiative kommt vom Cottbuser Lions Club. Der will den Amtsteich erleuchten. Geld gesammelt haben die Mitglieder bereits, nun arbeitet der Club gemeinsam mit dem Stadtmarketing- und Tourismusverein an der Umsetzung. Gabi Grube: "Zu bestimmten Anlässen soll die Fontäne angestrahlt werden und Lichtinseln auf dem Teich schwimmen." Einen genauen Termin für die Premiere gibt es noch nicht. Klar ist dagegen wann der Altstadtverein ganz offiziell mit einem Brunnenfest in die Saison startet: am 3. Mai.

Zuvor fragt Cottbus erneut nach dem Einsatz seiner Einwohner. Vom 10. bis 12. April ist der große Frühjahrsputz geplant.

Zum Thema:
Wirtschaftsfaktor Tourismus: Laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg war 2013 ein gutes Tourismusjahr für Cottbus. Demnach zählte die Stadt rund 126 000 Besucher. Das sind den Statistikern zufolge 8,4 Prozent mehr als im Jahr 2012. Die Zahl der Übernachtungen erhöhte sich demnach um 5,6 Prozent auf rund 225 000. Der stärkste Tourismus-Monat war der August mit rund 15 000 Besuchern und 28 000 Übernachtungen.Ausgaben für die Innenstadt: Laut Kämmerei gibt die Stadt Cottbus jährlich rund 50 000 Euro für die Brunnen aus, rund 100 000 Euro für die Reinigung von Sprem und Altmarkt, rund 15 000 Euro für die Kontrolle und Reparatur der Spielplätze und rund 225 000 Euro für die Pflege des öffentlichen Grüns.