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Großer Sport trotz Wetterkapriolen

Regenschauer konnten die Pferdenarren nicht schrecken: Sie freuten sich einmal mehr über tollen Springsport in Sielow.
Regenschauer konnten die Pferdenarren nicht schrecken: Sie freuten sich einmal mehr über tollen Springsport in Sielow. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. In 47 Turnierjahren hat Dieter Pumpa, Begründer des Sielower Reitvereins, der Reitschule und des therapeutischen Reitens, schon alles erlebt, was die Region an Wetterkapriolen zu bieten hat: Dürre und Rekordhitze, Hagel, Gewitter und sturmflutartige Regenfälle. Da blieb für die kleinen witterungsbedingten Unpässlichkeiten in diesem Jahr nur ein leises Achselzucken: Nach zwei fast perfekten Tagen am Freitag und Samstag musste das Pfingstturnier am Sonntag einige langanhaltende Regenschauer aushalten. Andrea Hilscher

Die Tribünen rund um den Traditionsparcours waren daher nicht so dicht gefüllt wie in den Vorjahren. Die Gäste aber, die der Nässe am Sonntag getrotzt haben, konnten großen Sport und fantastische Unterhaltung genießen. Julia Hernath und ihre Töchter Lilly und Marie (beide 6) waren an allen drei Tagen nach Sielow gekommen. "Meine Mädchen sind pferdeverrückt, ich bekomme sie gar nicht vom Gelände", erzählt Julia Hernath lächelnd. Auch sie selbst hat inzwischen offenbar Spaß am Pferdesport gefunden. "Ich überlege, ob ich selbst auch mal ein paar Reitstunden nehme."

Ganz so weit geht die Pferdebegeisterung von Sparkassen-Direktor Jens Gerards zwar nicht, aber auch er sagt: "Wir sind seit vielen Jahren Sponsor des Turniers, stehen mit Leidenschaft hinter dieser Veranstaltung." Gerards kündigte an, dass die Sparkasse auch in den kommenden Jahren das Sielower Pfingstturnier unterstützen will - ein Signal, dass vor allem die rund 120 teilnehmenden Reiter mit großer Freude zur Kenntnis genommen haben: Turnierveranstalter Dieter Pumpa wird in diesem Jahr 77 und muss Jahr für Jahr die Finanzierung des Traditionsevents absichern. "Es kostet enorm viel Arbeit und Zeit", gibt Pumpa zu. Für ihn und sein Team sei es immer wieder ein Kraftakt, Vorbereitung und Durchführung auf gewohnt hohem Niveau zu halten. In diesem Jahr mussten weit über 1000 Starts gemanagt werden - eine enorme Herausforderung für die Mannschaft und die Infrastruktur des Geländes. "Aber es war wieder einmal toll", so Malte Weichsler, der schon seit Jahren aus Helmstedt mit seinen Pferden anreist.

Bewährt hat sich inzwischen auch die Parcoursmannschaft, die wie im vergangenen Jahr fast ausschließlich aus syrischen Helfern bestand. Parcourschef Wolfgang Meyer lobte die Männer, die von früh bis tief in die Nacht die schweren Hindernisse und Stangen schleppen mussten. Vor allem beim Barrierespringen, das am Freitagabend erst bei einer Höhe von 1,90 Metern endete, und beim anschließenden Punktespringen unter Flutlicht gaben Helfer und Reiter alles, um das Publikum zum Jubeln zu bringen.

Grund zum Applaudieren gab es ohnehin genug: Neben den spannenden Springprüfungen, zu denen in diesem Jahr Reiter aus sieben Nationen angereist waren, freuten sich die Gäste über Musik des vogtländischen Schalmeienzuges, über Versteigerungen eines Bildes von Günther Rechn sowie eines Abends mit Mietkoch Ronny Kuhlmann.