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| 14:06 Uhr

Handwerkerausstellung in der Messe Cottbus
Napfkuchen-Image aufpoliert

Cottbus. Mehr Aussteller als in den Vorjahren und großer Besucherandrang bei der Handwerkermesse.

Für volle Hallen hat am Wochenende die Handwerkerausstellung in der Messe Cottbus gesorgt. Mit 304 Ausstellern, darunter fast 30 Messe-Neulingen, hat sich das Angebotsspektrum der größten Leistungsschau des Handwerks im Land Brandenburg nochmals erweitert. Die gute Stimmung im südbrandenburgischen Handwerk  hält an. Ob ein Hausbau geplant ist, die Erneuerung eines Daches oder die farbliche Gestaltung eines Raumes: „Wer eine Handwerkerleistung benötigt, muss derzeit gerade im Bau- und Ausbauhandwerk mit etwa zwölf Wochen Auftragsvorlauf rechnen“, sagte Corina Reifenstein, Vizepräsidentin der Handwerkskammer Cottbus, zur Aussellungseröffnung.

Weil die Zeit bei den Handwerkern oft knapp ist, nutzten viele Bauherren die Möglichkeit für intensive Beratungsgespräche mit den Anbietern. „Unser Ofensetzer hat uns eingeladen“, war von einem jungen Paar aus Finsterwalde zu erfahren. Die beiden nutzten die Gelegenheit, sich außerdem über weitere Fragen rund um den Bau eines Eigenheims zu informieren. Stets dicht umlagert war der Stand von Brunnenbauermeister Roberto Grabe. Er ist bereits zum 17. Mal mit einem Stand  in der Messe Cottbus dabei. „Während anfangs meist zuerst nach dem Preis gefragt wurde“, sagt der Cottbuser, „wollen die Leute heute vor allem Qualität und Beratung und sind dafür auch bereit, etwas mehr zu bezahlen.“

Auf großes Besucherinteresse stieß auch Messe-Neuling Thomas Heer mit Taschen der Marke Faw­wi. Der Erfurter haucht Materialien aus den 70er- und 80er-Jahren wie Sakkos, Zeltplanen, Turnbockleder, Luftmatratzen oder Campingstühlen neues Leben ein. Am Gemeinschaftsstand des Bundes der sorbischen Handwerker und Unternehmer informierten Doris Heinze und ihre Tochter Delia E. Münch über verschiedene  Varianten der wendischen Festtagstracht.

Auch wer auf kulinarische Genüsse aus war, wurde nicht enttäuscht. So bewiesen die Mitglieder der Lausitzer und Spreewälder Bäcker- und Konditoren-Innung beim Napf- und Königskuchen-Wettbewerb, dass selbst diese Kategorie vielfältige Möglichkeiten bietet. Für gleich drei Varianten gab es die Punktzahl 94 und damit einen ersten Platz: für Marschanks Königskuchen von der Bäckerei Merschank in Forst und für Klinkmüllers Cabe Caraibé sowie Klinkmüllers Königskuchen von der Bäckerei Klinkmüller in Luckau.

Auch beim Brotwettbewerb war der Geschmackssinn der Messebesucher gefragt. Dagmar Thißen aus Cottbus hatte sich einige nicht alltägliche Sorten vorgenommen und lag voll im Trend, als sie nach der Geschmacksprüfung bei der Wahl ihres Favoriten zuerst zwischen Gurkenbrot und Apfel-Schinken-Brot schwankte, um dann Letzterem ihre Stimme zu geben. Im Publikumswettbewerb landeten das Gurkenbrot der Bäckerei Bubner aus Doberlug-Kirschhain und das Genussbrot der Bäckerei Dreißig aus Guben punktgleich auf Platz 2. Der Sieg ging an das Apfel-Schinken-Brot der Bäckerei  Merschank.

Am Stand von Kirchers Brauerei Drebkau  konnten die Besucher eine Neuentwicklung testen. Nach dem Gurkenradler hat der Betrieb, der auf eine 120-jährige Tradition zurückblicken kann, nun auch Rhabarberradler auf den Markt gebracht. „Super, lecker“, lautete das Urteil von Heike Malitz nach einer Probe des mit nur zwei Prozent Alkohol leichten Getränks mit der typischen Rhabarbersäure. Bereits zwei weitere Brauereien hätten die Erfindung aus der Lausitz übernommen, berichtete Inhaber Andreas Kircher.

Am Stand der Bauinnung zeigten Dennis Drechsel von der Firma Derdulla Bau Peitz und Antony Jonneck von Pfennig-Bau aus Dürrenhofe, wie in kurzer Zeit eine Mauer entsteht. Vielleicht hat der eine oder andere Schüler von dort eine Anregung für seine spätere Berufswahl mitgenommen. Die Chancen auf eine Lehrstelle dürften jedenfalls gut sein. Denn in der Baubranche herrscht, wie auf der Messe zu erfahren war, trotz vergleichsweise guter Bezahlung große Not an Lehrlingen.

„Die Arbeit ist interessant und vielschichtig“, warb Corina Reifenstein um den Nachwuchs. „Die Ergebnisse sind sichtbar und haben Bestand.“ Seit dem vergangenen Jahr gebe es  wieder die Möglichkeit, einen Bauberuf zu erlernen, zusätzlich das Abitur zu erlangen und parallel einen Meisterabschluss zu erwerben. Auch ein duales Studiums, das Lehrausbildung und Studium vereint, sei wieder möglich.