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| 19:06 Uhr

Oldie-WM
Mit dem Traktor auf den Großglockner

 Diese neun und zwei weitere Lausitzer haben mit ihren sieben Schleppern ein abwechslungreiches Wochenende bei der Oldtimer-Weltmeisterschaft für Traktoren am Fuße des Großglockners in Österreich erlebt und sogar einen Sieg eingefahren.
Diese neun und zwei weitere Lausitzer haben mit ihren sieben Schleppern ein abwechslungreiches Wochenende bei der Oldtimer-Weltmeisterschaft für Traktoren am Fuße des Großglockners in Österreich erlebt und sogar einen Sieg eingefahren. FOTO: privat
Groß Oßnig. Groß Oßniger Schlepperbuben nehmen an Traktoren-WM in Österreich teil. Torsten Michling tuckert auf Platz eins. Von Marion Hirche

Hinter den Schlepperbuben aus Groß Oßnig liegt ein anstrengendes Wochenende. Zehn von ihnen und ein Gast waren mit sieben Traktoren nach Österreich gefahren. Sie waren Teilnehmer an der Oldtimer-Weltmeisterschaft für Traktoren in Bruck im mittleren Teil der Hohen Tauern.

„Wir waren zwar schon zum siebten Mal dort, aber es war wieder wunderschön“, berichtet Klaus Buder aus Dahlitz. Er war einer der drei Fahrer, die die großen Lkw mit der Treckerlast  ans knapp 800 Kilometer entfernte Ziel steuerten. „Wir sind Donnerstag früh um 4 Uhr losgefahren und haben zwölf Stunden gebraucht“, berichtet Jens Vater aus Groß Oßnig, der auch seine  Tochter Jette an Bord hatte. Die Elfjährige war schon zum zweiten Mal mit auf dieser Tour und ist schon jetzt ein glühender Traktorfan.

Am Freitag wurden die Wettkämpfe bestritten. Insgesamt gingen 500 Traktoristen aus acht Nationen an den Start. Sie waren aus Schweden, der Schweiz, Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Italien und Luxemburg angereist. Zu absolvieren war zunächst ein Gleichmäßigkeitswettbewerb. „Wir mussten von Bruck in Richtung Fusch fahren. Für uns unbekannt gab es irgendwo vor dem Ziel eine Zeitnahme. Danach wurde  die Geschwindigkeit von jedem errechnet. Gefragt waren 13,7 km/h – und das ohne Tacho! Den hat keiner der Oldtimer. Wer dieser Durchschnittsgeschwindigkeit am nächsten kam, der holte sich den Pokal“, beschreibt Vater.

 Am Großglockner nahmen die Oldtimer-Traktoren Aufstellung.
Am Großglockner nahmen die Oldtimer-Traktoren Aufstellung. FOTO: privat

Die zweite Disziplin stand dann am Sonnabendvormittag auf dem Programm. In zwei Etappen erklommen alle Traktoren eine gute Strecke des Großglockners. Der ist mit 3798 Metern der höchste Berg Österreichs. Natürlich sind die 500 Starter nicht bis zur schneebedeckten Spitze hoch getuckert, aber zwei Drittel der 36 Kehren auf den 48 Kilometern bis zum Gipfel haben sie erfahren. „Dabei kam es darauf an, die beiden gleichlangen Etappen  in der möglichst gleichen Zeit zu bewältigen. Die Differenz war dann entscheidend für die Platzierung“, berichtet Klaus Buder.

Gewertet wurde auch hier in sechs Alterskategorien der Traktoren. Torsten Michling von den Schlepperbuben schaffte, was kaum einer der Gruppe für möglich gehalten hätte. Mit seinem Deutz in der Baujahrsklasse 69 bis 78  holte er sich den ersten Platz. Dieser Sieg schien ihn zu beflügeln, denn beim nachmittäglichen Geschicklichkeitsfahren mit mehreren Stationen legte er noch einen drauf: Hier wurde er mit seinem Deutz in seiner Baujahrs­klasse Dritter.

Am Abend wurde dann in  Bruck im großen Festzelt nach der Siegerehrung gefeiert. Alle Teilnehmer erhielten ihre Erinnerungsfotos von der Auffahrt mit dem beeindruckenden Berg im Hintergrund und eine  Plakette für den Traktor.

„Wir hatten ein tolles Wochenende, haben viele Bekannte wiedergesehen, die wunderbare Natur genossen, und in unserem Gepäck sind zwei Pokale. Das ist doch eine sehr schöne Bilanz! Danke an unsere Trucksponsoren Heiko Mattuschka, Gerd Handke und Maik Hannusch“, so der Vereinsvorsitzende Jens Vater kurz vor der Rückkehr am Sonntag.

In zwei Jahren wollen sie erneut bei der WM an den Start gehen. Dann will auch die kleine Schwester von Jette mit. 2020 organisieren die Schlepperbuben aber erst einmal wieder ihr Schlepperbubentreffen am Spremberger Stausee.