Die Grippewelle ist auch in Cottbus angekommen. 140 gemeldete Influenza-Fälle werden vom Gesundheitsamt Cottbus bestätigt. 90 Prozent der Betroffenen seien nicht geimpft, heißt es weiter. Typisch für die Jahreszeit sei aber auch eine hohe Anzahl akuter Atemwegserkrankungen, die nicht durch Influenzaviren verursacht sind.

21 Patienten mit akuter Influenza A sind in den vergangenen zwei Wochen im Carl-Thiem-Klinkum in Cottbus behandelt worden, wie Chefärztin Dr. med. Heidrun Peltroche auf RUNDSCHAU-Nachfrage informiert. Hinzu kommen Patienten mit anderen Atemwegs- und Mischinfektionen. Ihrer Einschätzung nach ist es wie jedes Jahr nicht ungefährlich für Patienten mit Vorerkrankungen, insbesondere der Lunge, oder Menschen mit geschwächter Immunabwehr. Die aktuellen Fallzahlen reichen jedoch noch längst nicht an die Influenzawelle von 2017/18 heran. „Wer geimpft ist, braucht sich nicht zu sorgen“, betont Peltroche. Der neue Influenza-Impfstoff liefere Schutz gegen die derzeit kursierenden Virustypen.

Cottbus/Hoyerswerda

Aktuell ist die Grippe-Welle für die Region gefährlicher als das Coronavirus. „Nur keiner weiß genau, was noch kommen könnte“, schränkt die Chefärztin ein. Der neue Virus sorge vor allem für Angst, weil seine Eigenschaften, die Übertragungswege sowie die Länge der Inkubationszeit noch immer nicht eindeutig geklärt seien. „Somit ist derzeit die Strategie, epidemiologisch in Europa so viel Zeit wie möglich zu gewinnen und das Virus nicht zu verbreiten“, betont Peltroche. Diese Zeit könne möglicherweise helfen, einen neuen Impfstoff oder Medikamente gegen den neuartigen Coronavirus zu entwickeln.

Cottbus