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| 14:07 Uhr

Grenzübergreifende Kultur
Zwei Schlösser als Thema einer Ausstellung

 Die illuminierte Schlossruine in Zatonie entwickelt einen ganz eigenen Zauber. Foto: Hilscher
Die illuminierte Schlossruine in Zatonie entwickelt einen ganz eigenen Zauber. Foto: Hilscher FOTO: LR / Hilscher
Cottbus. In Branitz und dem polnischen Zatonie zeugen historische Landschaftspark von der kulturellen Blüte des 19. Jahrhunderts. Wie die EU den Erhalt dieser Schätze fördert, zeigen Bilder im Cottbuser Rathaus. Von Andrea Hilscher

Ein kleines barockes Herrenhaus, ein Pleasureground, raffinierte Blickachsen und imposante Bäume: Wer sich historische Beschreibungen des Parkes Zatonie anschaut, der versteht sofort, weshalb die Anlage in einem Atemzug mit dem Branitzer Park genannt werden kann. Etwa zeitgleich angelegt, gelten ähnliche Gestaltungsprinzipien. Genau diese historischen Gemeinsamkeiten soll eine neue Ausstellung erlebbar machen, die jetzt im Cottbuser Rathaus eröffnet wurde.

„Zwei Parks, zwei Schlösser“ heißt die Fotoausstellung, die neben großformatigen Aufnahmen auch kleine steinerne Relikte zeigt. Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) erklärte das gemeinsame Projekt der Partnerstädte Cottbus und Zielona Gora im Rahmen der Eröffnungsfeier: „Es geht um die Erhaltung und Nutzung der historischen Parklandschaften Branitz und Zatonie“, so der OB. Gefördert wird das Projekt von der EU, insgesamt fließen in beide Landschaftsparke 4,7 Millionen Euro über einen Förderzeitraum von 2017 bis 2021.

Holger Kelch: „Der Branitzer Park in Cottbus und der Park Zatonie in Zielona Góra sind herausragende Landschaftsparke. Die beiden Anlagen entstanden zeitgleich unter gegenseitiger Beeinflussung ihrer Schöpfer, dem Fürsten Pückler sowie Dorothea von Sagan und Lenné.“

Grenzübergreifend Schätze sichern

In Branitz wurden von dem Fördergeld der Europäischen Union bereits Parkwege saniert, aktuell wird der Parkeingang an der Pücklerallee aufgewertet. Noch bis 2021 finden weitere Maßnahmen nach historischem Vorbild statt. So sollen das Venusbeet vor dem Schloss und der Rehgarten mit dem Hardenbergplatz wieder hergestellt werden. Für den Park Zatonie ist die Sanierung des Orangerie-Gebäudes und der historischen Rosenlaube geplant. Die Schlossruine wurde gesichert und ist seit 2018 öffentlich zugänglich.

Zatonie, das zeigen die Bilder der Ausstellung, gleicht einer verwunschenen Märchenlandschaft. Relikte historischer Gebäude, von Moos überwuchert. Baumriesen, schattige Pfade, überraschende Blickachsen – ein kostbares Kleinod, dass nur durch ehrenamtliches Engagement vor dem Verfall bewahrt wurde.

Ehrenamtler retten Zatonie

Denn obwohl der Park 1965 in eine Denkmalliste aufgenommen wurde, kümmerte sich von offizieller Seite niemand um seine Pflege. Dies führte dazu, dass viele interessante Bäume abstarben, die Architektur verfiel und die ursprünglichen Sichtachsen und Parkwege nicht mehr erkennbar waren. Trotzdem blieb der Park in Zatonie ein interessanter, natürlicher und historischer Ort. Dank dem ehrenamtlichen Ehrgeiz der Mitglieder des Vereins „Nasze Zatonie“ („Unser Zatonie“) wurde in den Jahren 2011 bis 2014 der Wildwuchs beseitigt und damit der wertvolle Altbaumbestand freigestellt.

Wie wertvoll diese Arbeiten waren, zeigen die Aufnahmen der polnische Fotografinnen Agnieszka Kochańska und Aleksandra Zimoląg, die sowohl die Schönheiten der historischen Kulturlandschaften als auch der Schlossruine einfangen. Auf deutscher Seite haben Klaus Ketzmerick und Gerd Rattei Fotos beigesteuert. Ihnen gelingt es, den Branitzer Park aus ungewöhnlichen Perspektiven zu zeigen. Für Park- und Fotofreunde lohnt Ausstellung. Weiterführende Erläuterungen zu den Arbeiten in den Parks würden das Erlebnis vertiefen.

Bis 23. August im Rathaus am Neumarkt.