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Graffiti als Postkartenmotiv

Carlo Beley hat am Sonnabend mit einer Live-Aktion das diesjährige Street-Art-Projekt des Cottbuser Urban-Art-Teams begonnen.
Carlo Beley hat am Sonnabend mit einer Live-Aktion das diesjährige Street-Art-Projekt des Cottbuser Urban-Art-Teams begonnen. FOTO: Ulrich Littko/bwh1
Cottbus. Es waren vornehmlich junge Street-Art-Künstler, die sich vor 14 Jahren zum Urban-Art-Team zusammengeschlossen haben und bis heute nicht nur die Cottbuser Kunstszene bereichern. Mit öffentlichen Aktionen wollen sie auch in diesem Jahr wieder auf ihr Schaffen aufmerksam machen. Ulrich Littko / bwh1

Dazu fand am vergangenen Sonnabend eine Live-Malaktion am Cottbuser Busbahnhof statt, bei der Carlo Beley ein Postkartenmotiv als Graffiti an eine dafür öffentlich zugelassene Fassadenfläche projizierte.

Es ist schon faszinierend, wie überlegt und mit platzierten Bewegungen Carlo Beley das vorgegebene Motiv umsetzt. "Für mich ist Street-Art, also auch Graffiti, die freieste Form, sich künstlerisch zu äußern", erklärt er. "Obwohl ich in meinem Kontur-Atelier auch Leinwandarbeiten, Drucke und abstrakte Malereien entstehen lasse, komme ich auf Graffiti immer wieder zurück."

Die für das Wandbild als Vorlage dienende Postkarte ist bereits in einer limitierten Auflage erschienen, um damit das gesamte Projekt zu finanzieren. "Aufgrund der Schwierigkeiten, finanzielle Unterstützung in der leider für unsere Kunst sehr schwach ausgeprägten Kulturförderungslandschaft in Cottbus zu erlangen - ohne Hilfe des Kulturreferates München würde es die diesjährige Ausstellung nicht geben - hoffen wir, mit dem Erlös aus dem Postkartenverkauf einen Teil der Gesamtkosten decken zu können", erklärt Robert Posselt, einer der Organisatoren. Die künstlerisch individualisierte Postkarte kann beispielsweise beim Cottbuser "New World Order"-Shop am Brandenburger Platz 59 erworben werden.

Die Graffiti-Aktion im Rahmen des Projektes Urban Art 2017 am Cottbuser Busbahnhof ist der Start der diesjährigen Vorhaben. Im September finden dann offene Atelierabende in Cottbus und München statt. Am 14. Oktober in der Museumsnacht werden im Brandenburgischen Museum für moderne Kunst (ehemals dkw) die bis dahin im Urban-Art-Team entstandenen Kunstwerke für eine Weltausstellung in Den Haag (Niederlande) nominiert. Wie auch in den vergangenen Jahren können die Cottbuser in einer Retrospektive die künstlerischen Ergebnisse dieser Präsentationen im Dezember auch in ihrer Stadt erleben. Dann wird zu einer gesonderten Ausstellung eingeladen.