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Glück gehabt nach Bombenfund

Auf der Baustelle der eG Wohnen an der Otilienstraße ist am Mittwoch eine 50 Kilogramm Bombe mit russischem Zünder entschärft worden. Sprengmeister Uwe Zierdt (l) und Enrico Schnick nach getaner Arbeit.
Auf der Baustelle der eG Wohnen an der Otilienstraße ist am Mittwoch eine 50 Kilogramm Bombe mit russischem Zünder entschärft worden. Sprengmeister Uwe Zierdt (l) und Enrico Schnick nach getaner Arbeit. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Die am Dienstag auf einer Baustelle an der Cottbuser Ottilienstraße gefundene Bombe ist entschärft. Am Mittwoch, kurz vor 11 Uhr, gab der Kampfmittelbeseitigungsdienst grünes Licht. Bodo Baumert

Gerade einmal drei Stunden dauerte es vom Beginn der Evakuierung bis zur Entwarnung. Es hätte allerdings auch ganz anders kommen können.

"Wir haben Glück, dass nicht mehr passiert ist", sagt Stadtsprecher Jan Gloßmann bereits am Morgen beim ersten Gespräch mit den Journalisten an der Einsatzzentrale vor der ehemaligen Schule in der Gartenstraße. Der technische Einsatzleiter vom Kampfmittelräumdienst, Uwe Zierdt, hat zuvor die Bombe untersucht, die von Arbeitern am Vortag entdeckt worden war. Offenbar war sie zuvor bereits mehrfach bewegt worden, etwa beim Ausheben der Baugrube. Was dabei hätte passieren können, will sich niemand an diesem Morgen ausmalen.

Immerhin handelt es sich um eine 50-Kilo-Bombe. Der russische Zünder ist allerdings beschädigt, sodass auch das geplante Entschärfen durch die Sprengmeister nicht einfach wird.

Zunächst aber muss der Sperrbezirk geräumt werden. Rund 1000 Cottbuser sind betroffen, die in den angrenzenden Häusern wohnen oder arbeiten. Das Medienhaus der Lausitzer Rundschau wird ebenfalls evakuiert. Straßensperren werden an allen angrenzenden Straßen errichtet, auch auf der Straße der Jugend muss der Verkehr umgeleitet werden.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Feuerwehr gehen noch einmal alle Häuser ab, klingeln, klopfen. Die Anwohner waren bereits am Vortag mit Handzetteln, via Radio und RUNDSCHAU informiert worden, dass sie ihre Häuser verlassen müssen. Eine Turnhalle dient als Not-Quartier. Wo sonst die Cottbuser Boxer trainieren, gibt es jetzt Kaffee und Tee.

Aber haben auch alle wirkliche ihre Häuser verlassen? Um 10 Uhr herrscht Gewissheit, der Sperrbezirk steht, die Experten gehen an die Bombe ran. Sie sind skeptisch. Gelingt es nicht, den beschädigten Zünder zu entfernen, muss die ganze Bombe gesprengt werden. Transportfähig ist sie in diesem Zustand nämlich nicht.

Wenn es zur Sprengung kommt, wird sich die Aktion deutlich in die Länge ziehen. "Dann müsste erst einmal der Kran auf der Baustelle abgebaut werden", erklärt Stadtsprecher Gloßmann. Wie lange das dauern würde, weiß noch keiner. Gespannte Ruhe in der Einsatzzentrale, dann melden sich die Munitionsberger: Sie haben es geschafft. Nun muss nur noch der Zünder vor Ort gesprengt werden. Ein Signal ertönt, dann ist ein kurzer Knall zu hören. Das war's.

Die Feuerwehr überzeugt sich, dass alles sicher ist, dann wird die Sperrung aufgehoben. Auf der Straße der Jugend kann der Verkehr wieder rollen. Enrico Schnick und Uwe Zierdt präsentieren die Bombe noch den versammelten Journalisten, dann laden sie das nun entschärfte Fundstück in ihren Transporter.

Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) dankt im Anschluss allen Einsatzkräften für die reibungslose Arbeit: "Es ist gut zu wissen, dass wir uns immer wieder auf die Sprengmeister ebenso verlassen können wie auf die vielen Einsatzkräfte."