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| 16:00 Uhr

Cottbus
Große Fußstapfen, große Pläne

Hendrikje Eger ist die neue Chefin im Glad-House.
Hendrikje Eger ist die neue Chefin im Glad-House. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Hendrikje Eger ist seit Anfang des Monats neue Chefin im Glad-House. Alles neu? Mitnichten. Von Daniel Schauff

Sie muss kurz überlegen. „37“, sagt sie. 37 Jahre ist Hendrikje Eger alt und sitzt seit dem heutigen Dienstag im Chefsessel des Glad-House. Weder Chefsessel noch das Haus an der Straße der Jugend sind Neuland für sie. Immerhin war sie mehr als zehn Jahre lang Chefin im Senftenberger „Pegasus“-Kultur- und Freizeitzentrum. Und immerhin kennt sie das Glad-House nicht nur von außen.

Die neue Chefin übernimmt das Glad-House in weit besserem Zustand als es 1990 Jürgen Dulitz tat. 2010 startete die komplette Außenhüllensanierung.
Die neue Chefin übernimmt das Glad-House in weit besserem Zustand als es 1990 Jürgen Dulitz tat. 2010 startete die komplette Außenhüllensanierung. FOTO: Stephan Meyer / LR

Ziemlich oft sei sie zu Veranstaltungen dort gegangen, sagt sie. Während der Filmfestivals hat sie als Studentin im Festivalteam gearbeitet und das Glad-House betreut, hat mit dem „Theater an der Wendeschleife“ viel Zeit in dem damals noch unsanierten Haus verbracht. Den Charakter habe sich das Glad-House bewahrt, sagt sie, trotz der Sanierung vor gut sechs Jahren. Nur sei es jetzt ein wenig angenehmer, das WC aufzusuchen.

24 Bewerbungen hatte es auf die Stelle des neuen Werkleiters im Glad-House gegeben. Hendrikje Eger hat sich durchgesetzt, das Stadtparlament hatte Ende 2017 der Personalie final zugestimmt.

Groß seien sie, die Fußstapfen, in die sie nun trete. Fast drei Jahrzehnte lang hat Jürgen Dulitz das Glad-House geführt, hat aus dem Haus einen Magneten gemacht, dessen Anziehungskraft weit über die Cottbuser Grenzen reicht, sogar weit über die Lausitzer Grenzen. Als einen „Quereinsteiger in die Kultur“ hat sich Dulitz in einem Gespräch mit der RUNDSCHAU im vergangenen Jahr bezeichnet. Das ist Hendrikje Eger nicht. Theaterwissenschaft hat sie studiert, Medien- und Kommunikationswissenschaften ebenfalls. In Leipzig. Das war die einzige Zeit, in der sie Cottbus den Rücken gekehrt hatte. Hendrikje Eger ist in der Lausitzmetropole aufgewachsen, nach dem Studium zurückgekehrt. „Wäre das Pegasus nicht gewesen, wäre ich wahrscheinlich nach Berlin gegangen“, sagt die Neue im Glad-House-Team.

Der Schritt zum Glad-House sei für sie eine Art Schritt zurück zu ihren Wurzeln, sagt sie. In Senftenberg im Pegasus habe vor allem die Kinder- und Jugendarbeit im Vordergrund gestanden, jetzt tut das die Kultur.

Lange habe es nicht gebraucht, bis sie sich entschieden hatte, sich auf die Ausschreibung im Glad-House zu bewerben, sagt Hendrikje Eger. Die Rückkehr zur Kultur habe sie gereizt, außerdem der Wunsch, sich selbst noch weiter zu entwickeln. Für sie ist der Wechsel nach Cottbus ein Karriereschritt – immerhin: Die 37-Jährige ist künftig verantwortlich für ein Haus, in dem nicht wenige echte Stars aufgetreten sind, in das nicht wenige Gäste von weither angereist kommen, um sonst in der Lausitz so seltene Konzert- oder Veranstaltungshöhepunkte zu erleben.

Die Höhepunkte soll es auch weiterhin geben, kündigt die neue Glad-House-Chefin an. Und auch weiterhin will sie jungen Künstlern die Möglichkeit geben, sich auszuprobieren. Dem Haus, den Kollegen etwas „überstülpen“, wolle sie in keinem Fall. Dafür sei die Arbeit, die ihr Vorgänger bisher geleistet habe, zu gut gewesen. Sicherlich, sagt Hendrikje Eger, werde sie künftig auch eigene Sachen ausprobieren, vor allem aber will sie dafür sorgen, dass das Glad-House das bleibt, wofür es steht. Als einen Ort für Austausch und Dialog hatte Dulitz sein Haus bezeichnet. Austausch und Dialog – gerade angesichts der angespannten Stimmung in Cottbus sei beides aktuell besonders wichtig, sagt die neue Glad-House-Chefin.