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Gipfelwerk mit verrückten Koloraturen

Cottbus. Alte Musik hat in Sielow einen festen Platz. Am Sonntag, 3. Mai, 16 Uhr, sind der Kammerchor der Singakademie und das Bach Consort unter Leitung von Christian Möbius in der Sielower Kirche mit einem Programm zu Gast, das mit Monteverdis "Marienvesper" den Bogen bis ins 17. Jahrhundert spannt. Ulrike Elsner

Solisten des Abends sind Anna Schall und Francois Petit-Laurent.

Monteverdi begeistere mit außergewöhnlicher Tonsprache und Lust an Virtuosität, verspricht der Chordirektor des Staatstheaters. Dabei könne das Publikum einem ganz besonderen Instrument begegnen: dem Zink oder Cornetto, das ein Holzblasinstrument mit einem Trompetenmundstück verbindet und wie eine Blockflöte gespielt wird.

"Im 16. und 17. Jahrhundert ist eine Fülle hochvirtuoser Musik entstanden", schwärmt Christian Möbius. Für den ehemaligen Kreuzschüler ist das ein Stück Kindheit, denn im Dresdner Kreuzchor war alte Musik sehr präsent. "Für mich war das ein Erweckungserlebnis", sagt der Chordirektor. Der historische Klang sei völlig anders: nicht so laut, bis zu einem ganzen Ton tiefer und die Holzbläser mit den Streichern zu einem sehr schönen Gesamtklang verschmolzen.

Monteverdis "Marienvesper" sei ein Gipfelwerk jener Zeit, harmonisch kühn und dabei mit völlig verrückten Koloraturen.