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Alleenschutz
Ginkgo-Allee in Cottbus bleibt unberührt

Von den 36 Ginkgo in der Bonnaskenstraße sind 16 weiblich. Sie sind seit zwei Jahren geschlechtsreif und bilden seitdem stinkende Samen.
Von den 36 Ginkgo in der Bonnaskenstraße sind 16 weiblich. Sie sind seit zwei Jahren geschlechtsreif und bilden seitdem stinkende Samen. FOTO: dsf
Cottbus. Alleenschutz geht vor Geruchsbelästigung: Das stellt die untere Naturschutzbehörde klar und holt sich bei den Abgeordneten des Umweltausschusses Rückendeckung. Gegenstand des Streits sind die Ginkgo in der Bonnaskenstraße – genauer gesagt die Weibchen. Peggy Kompalla

Sie werfen im September und Oktober stinkende Samen ab, von denen sich einige Anwohner belästigt fühlen. Der Behörde liegen Anträge zur Fällung von fünf Bäumen vor.

Doch das wäre aus Sicht von Behördenchef Stephan Böttcher ein falsches Signal: "Fast die Hälfte der Bäume in der Allee sind weiblich. Dürften fünf gefällt werden, wäre der Weg für weitere Fällungen geebnet", erklärt er. Dabei handele es sich bei der Bonnaskenstraße nicht nur um eine geschützte Allee im Sinne des Naturschutzes, sondern um eine für Cottbus einmalige stadtbildprägende Allee. "Der Fairness halber muss man dazu sagen, dass die Städte Essen und Duisburg mehr als 160 weibliche Ginkgo-Bäume fällen lassen haben", ergänzt er. Die Stadt Köln habe sich für den Erhalt der Bäume entschieden und lässt während der Samenzeit die betroffenen Straßen dreimal in der Woche reinigen. Die Bonnaskenstraße sei eine Anliegerstraße. Die Reinigung liege damit in der Hand der Grundstückseigentümer, so Böttcher.

Der Ausschuss begrüßt die Entscheidung der Stadt und folgt damit auch dem Votum des Naturschutzbeirates, der sich ebenfalls mit dem Problem auseinandersetzt hat.